Borreliose – Lyme Disease

Borreliose – Lyme Disease

Wenn es kommt, dann ja eh immer auf einmal. Aber fangen wir wie üblich vorne an. Vor ein paar Tagen habe ich mit einem extremen Panikanfall und Schreikrampf eine Zecke in meiner Kniekehle entdeckt. Sie juckte einfach nur. Fast zu winzig für die Zange, habe ich endlos lange versucht, sie zu entfernen und habe mich 30 Minuten lang wie eine Irre vergewissern müssen, ob sie auch wirklich tot ist (ich glaube ich habe sie in bereits Moleküle zerlegt gehabt). Pfui Teufel. War zwar nicht die erste, aber ist jedes Mal ein kleiner Horror. Nachdem von der Zecke wirklich nichts mehr außer eben den Molekülen (und das auch nur vielleicht!) übrig geblieben ist, war das Thema auch schon vom Tisch. Bis ich 4-5 Tage später eine Rötung an selber Stelle entdeckte. Da ich aber auch immer wie ein Affe auf meinen zusammengefalteten Beinen sitzen muss, war das für mich auch keine Überraschung, dass da mal irgendwas gereizt ist. Bis der „Kern“ der Rötung langsam schwarz wurde. Von Tag zu Tag breitete sich das Dilemma also ein wenig aus und schließlich habe ich mich aufgerafft, zum Arzt zu gehen. Ich wusste schon vorher, warum ich da nicht hinwollte. Offene Sprechstunde von 9.00 – 10.30. Wartezeit maximal 1 Stunde. Ich war um 9.30 da. Als ich um 11.30 dann mein fünftes Parkticket geholt habe + mir verkündet wurde, dass nur noch (NUR NOCH!) 9 Leute vor mir sind, dachte ich ich explodiere vor Ort. Ja, da können wir auch nix für. Und ja, die schätzen ja auch nur. Ach, wenn man sich bei einer Stunde mal eben um die doppelte Zeit vertut, wayne, passiert. Und das dann IMMER NOCH 9 Leute vor einem sind. BOAH! Ja, wir haben auch noch Termine! Achso, macht natürlich Sinn die dann in die OFFENE SPRECHSTUNDE zu legen. Auf meine sarkastische Frage, ob ich vielleicht direkt an einem andern Tag wiederkommen sollte, schien den sich mittlerweile komplett im vorderen Bereich versammelten Arzthelferinnen (oder Möchtegern- Arzthelferinnen, offensichtlich wird ihm ja nicht sonderlich geholfen!) ein Stein vorm Herzen zu fallen, und sie bejahten diese Frage zu fünft mit einem Lächeln. Ich wusste nicht, auf wen ich mich am liebsten zuerst gestürzt hätte. Hammer. Mit den Worten, sie können meine Karteikarte bis ans Ende aller Tage verbrennen und mich überall löschen, weil sie mich nie wieder sehen werden bin ich wutentbrannt abgedüst. Dummerweise habe ich meine Krankenkassenkarte vor Ort vergessen, was ich natürlich auch erst bemerkt habe, als ich beim nächsten Arzt war, und so haben sie mich wider meinem Versprechen doch wiedergesehen, und das sogar ziemlich schnell. Übrigens mit den Worten, oh ja, die Karte ist hier. Sie waren so plötzlich weg. AHAHAHA. -.- Klar!  Logisch, dass die nix dafür können, aber wenns um Ärzte und Wartereien und Spielereien geht, ist mit mir wirklich nicht gut Kirschen essen. Ne. Boah. Herzrasen. Geht gar nicht. Beim zweiten Arzt bei dem ich dann war, kam ich relativ zügig dran. Wider dem Tipp meiner Mutter, NICHT zu DIESEM Arzt zu gehen, weil man bedingt durch die kurzen Wartezeiten auf seine Inkompetenz schließen kann (so ein QUATSCH! – AAAAAAAAAAAAH!) bin ich trotzdem hingegangen. Ok, das fachchinesisch hätte er sich sparen können, insgeheim habe ich aber sehr gehofft, dass er mir Blut abnimmt, ohne dass ich ihn darum bitten muss. Das hat er auch direkt angeordnet. Aha. Sehr inkompetent, Mama. Tja, und auch wenn wir nun wissen, dass Borreliose Bakterien erst nach circa 6 Wochen nachzuweisen sind im Blut („Eine Wanderröte ist ebenso wie ein Lymphozytom eine Blickdiagnose! In fast allen Fällen lassen sich noch keine Antikörper nachweisen. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ist daher eine Blutuntersuchung zum Nachweis von Antikörpern völlig unnötig und würde eventuell die notwendige Therapie nur verzögern.  In jedem Fall muss auch ohne Nachweis von Antikörpern eine konsequente und sofortige Therapie erfolgen. Eine Fotodokumentation ist in jedem Falle empfehlenswert!“), ist die Wanderröte im Zusammenhang mit dem Zeckbiss ja wohl ziemlich eindeutig.  Obwohl er also weder direkt vor Ort das Blut untersuchen konnte, noch wahrscheinlich ein positives Ergebnis bei der Untersuchung im Moment generell rauskommt, hat er mit der „Therapie“ in Form von Antibiotikum angefangen. Das erschien mir vorerst ein wenig übertrieben, zu dem Zeitpunkt hatte ich aber auch noch keine genaueren Informationen, außer, dass der Arzt ach so inkompetent sei. Zu Hause angekommen war ich nach 3 Stunden Google nicht nur mein eigener Onkologe, sondern auch mein eigener Haus und Zeckenarzt: „Die Phase I ist eine Lokalinfektion, die unter dem Bild eines Erythema migrans oder eines Lymphozytoms ablaufen kann. Das Erythema migrans zeigt sich, wenn der Erreger sich von der Stichstel le zentrifugal ausgebreitet hat und nach sieben bis zehn Tagen die zelluläre Immunreaktion einsetzt. Lymphozyten und Plasmazellen strömen in die Haut ein und werden als meist ringförmige, gut abgegrenzte Rotfärbung sichtbar. Da die Epidermis nicht beteiligt ist, entsteht nur ein Erythem, niemals ein Ekzem. Das Borrelienlymphozytom ist nach pathophysiologischen Kriterien lediglich eine Sonderform des Erythema migrans. Besonders häufig tritt es bei Kindern am Ohr auf. Die anatomische Struktur des Ohres verhindert die Ausbildung einer kreisförmigen Rötung, so dass eher ein diffuses Infiltrat imponiert. Natürlich handelt es sich auch hier um eine Phase-I-Infektion, nicht, wie gelegentlich beschrieben, um ein Symptom der Phase II.“ Aha. Ok. Und zur Therapie:
Bei Erwachsenen: Doxycyclin 2–3 x 100 mg/20 Tage
Alternativen: Amoxicillin 3 x 750– 4 x 1 000 mg/20 Tage Cefuroximaxetil 2–3 x 500 mg/20 Tage Azithromycin 500 mg/10 Tage
Bei Kindern: Amoxicillin (3–4 x tgl. 15 mg/kg KG), Cefuroximaxetil (2–3 x tgl. 6 mg/kg KG), Azithromycin (1x tgl. 6 mg/kg KG)
Bei Schwangeren: Amoxicillin, Cefuroximaxetil (wie oben)
Also, mein inkompetenter Arzt hat mir zufällig genau 200mg / Tag Doxycylin verschrieben, für 21 Tage. War sicherlich nur n Glückstreffer. So, und um daraus jetzt kein unnötiges Drama zu machen und es mal mit Annettes Worten zu sagen: Diesmal wohl wirklich (hoffentilch) nur ein paar Pillen schlucken und dann sollte gut sein (>90%).  Eigentlich das ganze hier mal wieder nur, um zu zeigen, wie schnell es gehen kann. Seid vorsichtig! Es kann jeden erwischen (die Immunsystem- geschwächten natürlich eher!- Trotzdem!). Um direkt festzustellen, ob es sich bei der Zecke um einen Überträger handelt, da ja nicht alle Zecken übertragen, kann man die Zecke auch vom Arzt direkt entfernen lassen, wenn man es so lange aushält, ich für meinen Teil würde hysterisch werden, und vor Ort untersuchen lassen, oder sie selbst entfernen und anschließend mit zum Arzt nehmen. Also einen schönen Ausflug zu zweit unternehmen. Wäre bei mir auch ein absolutes Ding der Unmöglichkeit gewesen. Die Wanderröte entsteht übrigens auch nur in den seltensten Fällen, weswegen die Krankheit auch meistens erst in den fortgeschritteneren Stadien erkannt wird, wenn sie sich schöööön auf Organe und Knochen ausgebreitet hat. Von daher mal wieder Glück gehabt! Und auch besser, als wenn einer meiner Hunde Borreliose hätte. Ach, und weil ich ja so gerne auf Empfehlungen höre und mich an Regeln halte: Hier noch meine Fotodokumentation aus nicht gleicher Perspektive und unter verschiedenen Lichtbedingungen, was natürlich extrem Sinn macht:



In Zukunft wird dieser Blog wohl noch ein Gesundheitsblog. Wie es aussieht aber keiner der auf Fakten und Informationen aus Büchern oder dem Internet basiert, sondern auf eigenen Erfahrungen, die ich persönlich mit jeder Krankheit mache, die selten ist und es nicht oft gibt und nicht in der Form und nicht in dem Alter und nicht mit dem Geschlecht und ich sie natürlich trotzdem kriege. Mal gucken, was als nächstes kommt 🙂 Bis dahin: Geht mal ab und zu joggen, und hört auf zu rauchen. Sowas unnötiges!

8 thoughts on “Borreliose – Lyme Disease

    1. naja, bei Hunden kennt man das ja. Gehört ja auch irgendwie dazu. Die sind ja auch etwas näher am Gras und das sind halt Tiere. Über mich sagen aber auch viele ich sei ein Tier. Vielleicht passt das also doch ganz gut. -.-

  1. PS: Ich dachte, mein…. lebendiges Stoppschild da nebendran schaut schon verdammt bekloppt aus – bis ich Jules gesehen hab :-Das is ja noch viel besser! 😀

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