Neues Update – für Mariana

Neues Update – für Mariana

Nachdem der doch recht spannende Krebsalltag – zum Glück – nun seit schon über einem Jahr der Vergangenheit angehört, erschien es mir doch sehr oft, dass ich mir die Inhalte für die Beiträge hier ein wenig aus den Fingern saugen musste. Ehrlich gesagt, dachte ich auch, dass mein Päuschen ein wenig mehr boykottiert wird, weiß ich doch, dass diese Seite einige treue Leser hat. Da dies aber nicht wirklich passiert ist, fand ich es auch nicht notwendig, das Schreiben wieder aufzunehmen. Dieser Beitrag ist also insbesondere Mariana W. aus A. gewidmet 😉 Danke für den Arschtritt. So nutze ich direkt mal den Schwung, und versuche, alles aufzuzählen, was in den letzten fast 2,5 Monaten passiert ist. Die waren nämlich so ereignisreich, wie ich glaube nie wieder in meinem Leben. Schwierig jetzt gerade nur mal wieder, den Anschluss zu finden. Zum Glück notiere ich allen möglichen Kleinscheiß in sonstigen Büchern, Blöcken, Kalendern oder Zetteln. Ich sollte mir das mit der Schriftstellerei doch noch mal überlegen. Plan E. Oder so. Also, schauen wir in meinen Kalender, so kann ich doch sogar noch aus dem April berichten:

– Am 30. April wurde mein Port endlich, endlich, ENDLICH entfernt. Darauf habe ich schon gewartet, seit er quasi eingesetzt wurde. Treue Dienste hat er mir geleistet, ja, ich war auch unglaublich dankbar für sein Vorhandensein, bei der Menge an Chemotherapie aber auch an Bluttransfuionen, die man in mich geschüttet hat, hätten meine Arme das nie und nimmer überlebt. Trotzdem hat er relativ früh genervt, da er durch das Training im Fitness- Studio auch immer mehr auf einen Muskel verrutscht ist und ich auch in Amerika bereits einmal RICHTIG daran hängengeblieben bin, weil er so abstand. Dadurch stand er natürlich auch noch mehr ab -.-  Normalerweise sollte er vor 2 Jahren nach der letzten Therapie nicht entfernt werden, aber wer lieb bitte bitte sagt, kriegt wohl doch manchmal das, was er möchte. Also, ein wiederholtes Mal: Danke für deine Dienste. Und Ciao.

– Im Mai war ich vollkommen in der Vorbereitung zu meiner Gesellenprüfung. Darüber habe ich immerhin noch ein wenig berichtet. Mehr dazu, wenn wir heute noch im Juni und Juli ankommen.

– Am 10. Juni, hach, da sind wir doch schon im Juni, fing eine neue Ära ein: Ein neues Auto begleitet uns von da an und ich bin soooo zufrieden damit. Brent nennt es endlich nicht mehr POS (Piece of Shit), ich tanke nun Diesel und das Auto verbraucht im Schnitt 5,8 Liter, was ich stets an meinem schicken Board Computer prüfen kann. Das entspricht ungefähr der Hälfte meines alten Opel Astras. Trotzdem konnte ich nicht hinsehen, als die Menschen, die sage und schreibe 300 € für mein altes Auto bezahlt haben, dieses abgeholt haben. :'( Machs gut.

– Am 15. Juni ging es dann direkt ein wiederholtes Mal in die Schweiz, allerdings mit neuem Auto 😉 wo ich wieder viele liebe Menschen kennengelernt habe. Auch neue Züchter waren dabei und es ist immer wieder schön, ich kann es nur noch mal betonen, die Gastfreundlichkeit und Mentalität der Schweiz zu genießen. Danke für die tolle Zeit dort.

– Zum Ende des Junis sollte Lane mir, nachdem wir ein wenig in der A2 dank Banalitäten festzustecken scheinen, eine andere große Freude machen: Auf der Ausstellung in Viersen- Süchteln gewinnt sie iher Klasse mit V1, CAC und wird dazu noch Rassebeste (Best of Breed) mit einem schicken Bericht (Nachzulesen unter Lanes Ergebnissen)
– Nur einen Tag nach diesem tollen Erfolg wurden die Noten bekannt gegeben: Die Gesellenprüfung habe ich ohne Wenn und Aber bestanden, mit Noten, die sich wirklich sehen lassen können, insbesondere, da ich seit über 1,5 Jahren weder Betrieb noch Chef oder sonstige Hilfe habe. Ein weiterer Erfolg, etwas, dass ich vor allem mir selbst beweisen musste, nach allem, was letztes Jahr passiert ist. Die Ausbildung abzubrechen wäre wirklich ganz schön doof gewesen.

Am 24. Juni habe ich auch endlich mein Homebanking angemeldet und mache meine Überweisungen im Alter von fast 25 Jahren nun endlich alleine. Ob das erwähnenswert/ lobenswert oder anzuerkennen ist, ähm, das sei mal in den Raum gestellt. Steht jedenfalls in meinem Kalender!

– 4. Juli. Sie brechen mir nach wie vor bei jedem Blick in den Spiegel das Herz. Trotzdem liebe ich sie soooooooo sehr und ich bin sooo froh, dass sie da sind und wachsen und alles. Worte können es einfach nicht beschreiben. Am 4. Juli feierten sie jedenfalls ihren Geburtstag: meine neuen Haare! Happy Birthday. 1 Jahr seid ihr schon alt. Ich liebe euch und wachst bitte, bitte bitte ganz schnell weiter. Damit ihr lang und kräftig werdet. Biotin, Kieselerde und Koffeinshampoos werden euch nach wie vor bei allem unterstützen!

– Eigentlich wollte ich nicht hier darüber schreiben, aus verschiedenen Gründen, aber es ist ja doch ein ernstes Thema und ein großer Teil meines Lebens so gehört es doch hier her. Und zwar war es der 6. Juli, ein Freitag, und es musste unbedingt der 6. Juli sein, weil das auserwählte Datum der 6. Juni 2014 ist (hä?). Jedenfalls habe auch ich erst am Samstag, den 6. Juli festgestellt, dass Freitag, der 6. Juli eigentlich der 5. war. Aber fangen wir mal vorne an. Brent kam am Donenrstag, den 4. Juli, also dem Tag vor dem 6. nach Hamm. Und war MEGA nervig. Ich wusste schon, dass wir an diesem Wochenende etwas „besonderes“ machen würde. Darauf wurde ich die ganze Woche vorher schon vorbereitet. Geholfen wurde mir mit sogenannten „Hinweisen“ (ahahah -.-). Hinweise waren folgende:

  • Man kriegt es auch in Deutschland aber nicht so
  • Brent muss Steuern dafür bezahlen weil es aus Amerika kommt
  • Er braucht mein Auto dafür
  • Es ist groß (ich frage noch so, ob es in mein Zimmer passt- ja, tut es)
  • Es hat was mit meinen Hunden zu tun
  • Ich wollte es schon lange haben
  • Meine Mama wird vor Glück weinen
  • Meine Schwester wird neidisch sein
  • Es ist keine neue Kamera
  • Es ist kein Heiratsantrag
  • Sonstiges unnütziges Zeug

Das alles entsprach 100% der Wahrheit – NICHT. Und als er dann endlich am Donnerstag da war, erfuhr ich relativ schnell, dass es nach Köln zur Hohenzollernbrücke ging, unser Schloss aufhängen, um das Brent sich GANZ ALLEINE gekümmert hat *stolzbin* Anders als bei einem Port- Export nützt bei Aktivitäten wie diesen mit einem Mann wie diesem kein bitte bitte. Hier muss man eher hartnäckig nerven. Aber: Der Terrier kommt immer irgendwie ans Ziel, gelle? So ging es dann am Freitag, dem 6. Juli, ich wiederhole es nochmal, nach Köln. Realtiv früh sogar schon, was gar nicht zu Brent passt. Vorher hat er mein Auto natürlich benutzt, wie angekündigt, und etwas abgeholt, dass er eh schon hatte. Arsch. In Köln war es dann auch wirklich schön. Kann ich jedem nur empfehlen. Die Brücke ist mega voll, und neben ein paar vereinzelten Singleschlössern haben wir auch endlich Platz für unsers gefunden. Die Schlüssel, immer 2 an der Zahl, werden ins Wasser geworfen, direkt von der Brücke. So die Gebrauchsanweisung. Nachdem wir mit dem ganzen Kram dann auch fertig waren, und sämtliche obligatorische Selbstauslöser-Fotos gemacht haben, musste ich meinem größten Hobby wieder nachkommen (-> Nörgeln) und Brent mitteilen, ich habe Hunger und möchte gerne zu Subway. Es ist ja nicht so, als wenn ich doof wäre, und nichts geahnt hätte 😀 Aber bringen wir den kleinen Amerikaner doch ein wenig aus seinem Konzept (im Nachhinein finde ich es schon gemein von mir, aber es war so lustig 🙂 ) Tja, und so wurde er auch ganz schnell nervös *harhar* und teilte mir in komischem Amerikanisch mit, dass da noch was wäre. Ok, ab da wurde es ernst. Ohne viel bla bla und Drumrumgelaber teilte er mir mit, dass er möchte, dass ich seine Frau werde. Bevor ich widersprechen konnte, schnappte er sich auch schon meine Hand (fälschlicherweise die Rechte) und versuchte, meinen Verlobungsring draufzuquetschen. Tja, maßangefertig für die LINKE Hand habe ich ihm dann lediglich den kleinen Tipp gegeben, er solle es mit der anderen Hand versuchen, was er auch tat, aha, schon passte der bescheidene Ring auf einmal. Nach einer obligatorischen Umarmung und einem Kuss realisierte er dann, dass er den Part mit der FRAGE ein klein wenig übersprungen hat. Macht ja nix, wir wollen schließlich nicht kleinlich sein… Nachträglich wurde dann meine eigentlich Antwort erörtert. Und so fangen wir unser gemeinsames Leben nicht etwa mit einer Wohnung an, oder einer Aufenthaltsgenehmigung für den Raum Hamm (einfach mal NRW), nein. Wir fangen bei einer Verlobung an. Ein Traum 🙂 Aber das war noch nicht alles im Juli.

– Am 11. Juli wurde meine kleine Oma 10 Jahre alt. Unfassbar, einfach unfassbar dass ihre schönste Zeit nur so kurz war und schon so lange vorbei ist. Sie ist zwar immer noch gut drauf, möchte aber schon lange nicht mehr so viel mit uns mitkommen, mag unsere Aktivitäten nicht mehr so sehr, wird senil und lahm. Es vergeht kein Tag an dem sie nicht humpelt und es bricht mir das Herz sie so zerbrechlich zu sehen, da 10 Jahre wirklich kein Alter für einen so kleinen Hund sind. Trotzdem, ich bin froh über jeden Tag, an dem sie mit uns ist und ja, ich hoffe, dass sie noch eine geraume Zeit bleibt. Schade, dass ein solches Schicksal für sie gewählt wurde, mit diesem Scheiß Rücken und dieser Scheiß Pfote. Trotzdem Kira, Happy Birthday. Wir machen das Beste draus und niemand wird dich in Stich lassen. Bis zum letzten Tag. – Am 20.Juli hat sich die Ahlener Mannschaft, in der Jou, Lane und ich immernoch Mitglieder sind, tatsächlich ein wiederholtes Mal für die Deutsche Vereinsmeisterschaft qualifiziert. Unser Beitrag war auf den letzten beiden Turnieren, sagen wir mal geringer als auf dem ersten, aber hey. Wen interessierts. Für Joulean habe ich entschieden, dass es bis auf weiteres erstmal ihre letzte Saison ist. Mir fällt das Umswitchen von ihr auf Lane und umgekehrt extrem schwer, mit Lane eigne ich mir dank Daniel und Tobias auch einen etwas anderen Führstil und eine andere Technik an, die ich mit Jou auch so niemals praktizieren werden kann. Ausschlaggebend für meine Entscheidung ist aber mehr die Tatsache, dass ich ihr nie einen Gefallen damit tun werde, wenn sie starten MUSS, denn ich empfinde nicht, dass es für sie eine Freude ist. Ich kann eh niemals das abrufen auf einem Turnier, was sie wirklich drauf hat, und auch abgesehen davon, dass die Luft oben immer immer dichter wird, habe ich mit ihr mehr erreicht, als ich mir je erhofft habe. Sie ist ein recht wesensfester und umgänglicher Hund geworden, bei dem Fremde, die die Rasse Shetland Sheepdog kennen, stehts erstaunt sind, weil sie offen und herzig auf andere zugeht. VON SICH AUS. Und das ist ein größerer Erfolg als alles, was sie je im Agility hätte erreichen können. Und nein, ich werde sie NICHT verkaufen und auch NICHT abgeben. Auch nicht an Brent oder Marina 😉
(Foto: Schäpenmeyer)

– 4 Tage später stand ein weiterer großer Tag an: Die „1- Jahr- danach – Untersuchung“ im Marienhospital war vorgesehen. Ultraschall, Echo, EKG, Röntgen, Blutbild ich weiß nicht was alles haben den ganzen Vormittag in Anspruch genommen. Vom Rötngen und Blut habe ich bisher immer noch keine Ergebnisse, aber nur, weil ich mich noch nicht gut genug darum gekümmert habe, ABER, und das kenne ich ja schon zu genüge aus der Vergangenheit: Wenn was ist, rufen die schon selber an. Eine kleine Nebenmilz hat sich gebildet, kann man googlen, findet man aber auch nichts aussagekräftiges dazu, mein Herz hat keinen Schaden, auch wenn Brent immer gerne behauptet es sei kalt. Meine Lungenfunktion ist uneingeschränkt und auch alles andere ist nach wie vor in bester Ordnung. Das einzige Problem, das ich nach wie vor habe, sind meine Wimpern. Jaaaaaa, bevor jetzt jeder seine mit vollen Wimpern besetzten Augen verdreht: das is echt ultimativ nervig. Zum vierten oder fünften Mal nun sagen sie Adieu, klar kommen auch immer wieder, aber man ey. Wieso? Die HD18 in Köln prüft das nun, es KANN sein, dass es sich um einen bleibenden Schaden handelt, aber bekannt ist dieses Problem erstmal nicht. Und ist wirklich schlimm. Abends beim Gesichtwaschen, sind es schon täglich nicht selten 8 Wimpern pro Auge, also ist nicht so, dass ich nun mega kleinlich bin. Stellt sich jetzt gerade die Frage, ob auch ICH mir bei jeder Wimper die ich verliere was wünschen darf. Immerhin wäre ich dann ganz ganz schnell wunschlos glücklich.

So, nun zurück in der Gegenwart. Mehr oder weniger. Am Sonntag hat der Spargeltarzan mal wieder zugeschlagen. 2 Souveräne Läufe, 2 mal Platz 1. Somit trennt uns nur noch eine Qualifikation von der A3. Wichtiger war aber für mich, dass ich wieder den Ansatz von Teamgefühl mit Lane hatte. Sie ist nach wie vor ein ganz besonderes Geschenk für mich. Wie sie mich immer und immer wieder anspringt, obwohl sie mehr und mehr Anschiss bekommt. Ihre hysterischen Schrei- Anfälle und wie sie ständig versucht meine Hand anzutippen nachdem wir das „zu- mir“ Kommando eingeführt haben, und sich dabei selbst sooooo ultimativ gut findet 😀 <3  Hammer. Sie ist ein unglaublich lustiger Hund. Zwar ein bisschen naiv und gutgläubig vielleicht, aber voller Elan und Lebensfreude. Tag für Tag. Ich bin soooooooooo endlos froh, sie zu haben und sie MEINEN Hund zu nennen. Totaler Totalschaden aber happy. Immer.

(Foto: Fechner)

6 thoughts on “Neues Update – für Mariana

  1. Nur eins: Schön, dass du wieder schreibst 🙂 Ich sitze gerade und lerne für meine Abschlussprüfung im Oktober ..ähm…*räusper* … versuche, für meine Abschlussprüfung im Oktober zu lernen und hab mich über die kleine Abwechslung wirklich sehr gefreut. Und auch über vieles, was ich gelesen habe 🙂
    Danke, liebe Mariana W. aus E. 😀

    (PS: Ich hätte mich ja auch beschwert, aber meine eigene Homepage liegt grad auch mehr oder minder brach und es gibt 3000 wichtigere Dinge im Leben – deshalb überwog das Verständnis 😉 )

  2. ENDLICH!!! Sie postet wieder:-) Ich freu mich und wünsche Dir und Brent alles Glück der Welt, Kira 10 weitere Jahre, Jou einen schönen Agi-Ruhestand und Lane für immer so viel bekloppte Terrier-Lebensfreude!
    LG
    Annika

  3. Wouuh endlich mal wieder etwas zu lesen bei Euch ;o))
    Ich wünsche euch Zwei alles Glück der Welt und hoffe, dass Alles so kommt wie ihr es euch erhofft :).
    Glückwunsch auch zur Quali 🙂
    Und schön brav weiter bloggen, bitte!!

  4. Also ich freu mich total, wieder was von dir zu lesen. Glückwunsch zur Verlobung und alles Liebe für euch Zwei. Wünsche dir noch viele schöne gemeinsame Jahre mit Kira. Die Zeit vergeht viel zu schnell, Sira wird nächstes Jahr auch schon 10. Deiner Lou wünsch ich ein schönes „Renterleben“ und Lane soll weiterhin so schön bekloppt sein. ;o)

Schreibe einen Kommentar zu Lisa Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.