Lane und der Schlappen meiner Mutter

Lane und der Schlappen meiner Mutter

Das  muss ich nochmal dringend loswerden. Wollte ich zwar schon immer, wusste aber nie wie. Es geht nämlich um Lane und die Begründung, warum sie der einmaligste und lustigste Hund auf der Welt ist und ich gerne so einen „Wirbel“ um sie mache, wie man mir nachsagt 🙂 Also, die Geschichte von Lane und mir geht so:

Nachdem ich Conni kennengelernt habe durch Annette, und sich in einem unserer Gespräche herausgestellt hat, dass ich einen Rüden von Annette durch die Begleithundeprüfung und bis in die A3 trainiert habe, fragte Conni mich, ob ich nicht auch Lust hätte, einen ihrer Hunde auszubilden. Der Manchester soll ja mehr oder weniger prädestiniert für den Sport sein. Zu dem Zeitpunkt habe ich aber bereits das Arbeiten mit einem Border Terrier einer anderen Züchterin angefangen. Und so verlief das ein wenig im Sande. Dann habe ich Brent kennengelernt. Und Brent ist jemand, für alle die es noch nicht gemerkt haben, heute ja morgen nein. Damals war es heute Labrador, morgen Manchester Terrier. Er war noch nicht lange in Deutschland und so wollte er doch gerne einen stätigen Freund und Begleiter. Auf einer weiteren Show in Ahlen habe ich die mir damals immer noch recht fremde Conni wieder einmal getroffen, und wollte in Erfahrung bringen, wie denn ihre Welpenplanung aussieht. ZUFÄLLIG sollte es nächsten Monat Welpen geben. Als die Welpen da waren, habe ich mir in erster Linie die Rüden angeschaut, weil Brent einen solchen haben wollte. Ganz plötzlich aber, wie das sonst NIE der Fall ist bei Brent ( -.- ), hat sich die Situation bei ihm wieder verändert und ein Hund wäre nicht mehr die richtige Entscheidung gewesen. Weil ich selbst mitten in der Ausbildung war, kam es für mich GAR NICHT in Frage, einen Welpen zu dem Zeitpunkt zu nehmen. Und so war ich doch recht traurig, zumal es ein großer Wurf war und ich wirklich die erste Wahl hatte zwischen ich meine sogar 4 Hündinnen und 3 Rüden (ich selbst hätte eine Hündin genommen).

Naja, lange Rede kurzer Sinn: Conni wollte aus dieser Verpaarung unbedingt selbst eine Hündin für die Zucht behalten, da Daphne, Lanes Mutter nicht mehr die allerjüngste war und der Wurf doch recht gelungen. Die Sache verlief ein zweites Mal wieder ein wenig im Sande, war es doch mehr als utopisch, dass ich einen Welpen aufnehme. Und dann fiel mir ein, dass  Conni mich doch vor einigen Monaten mal fragte, ob ich nicht einen ihrer Hunde ausbilden wollte. Hm. Vielleicht wäre das ein Kompromiss? Tja, da wollte ich doch direkt die nächste Gelegenheit beim Schopfe ergreifen und Conni fragen, ob ich den Welpen nicht mal ab und zu abzwacken kann. Die nächste Gelegenheit kam auch relativ schnell, bei der Zuchtzulassung in Ahlen Ende 2010. Ich kann ihre Stimme noch hören, wie sie fröhlich antwortete : mmmhhmm 🙂 als ich sie fragte, ob sie nun eine Hündin behielt. Ja! Wie heißt sie denn? Penny – Lane! Penny – Lane????? Oh Gott. Was für ein grausamer Name, dachte ich noch. Da hat sie schon so einen süßen Hund und verschanzelt den mit einem solchen Namen. (Alle andern Hündinnen hatten dagegen süße Namen: Peewee, Pocket Rocket, Pepita… Penny – Lane. Bäh!). Okay, da wusste ich also schon wie der Welpe, an den ich mich nicht erinnern konnte, hieß und ich fragte sie ganz beiläufig und mit so wenig Interesse wie möglich, und ohne irgendeinen Eigennutzen herausklingen zu lassen, ob sie immer noch wollte, dass ich ihren Hund ausbilde, denn ich hätte da noch Kapazitäten… Ja, klar, wäre doch toll… Ja??? Echt? Ok. Aber der Hund wird auf den Namen „Lane“ trainiert. „Penny“ fällt einfach unter den Tisch. Ja… es ist nur, sie sei ein wenig erkältet, weswegen wir vielleicht noch 1-2 Wochen warten. War ja klar, sie konnte mir nicht ins Gesicht sagen, dass sie mir ihren WELPEN nicht anvertrauen wollte. 2 Wochen später tat sie es aber doch, und so brachte ich Lane auf dem Rückweg von der Schule im Alter von 10 Wochen das erste Mal nach Hause. Meine Mutter war entzückt, mein Vater war ziemlich angepisst später auch entzückt.

Und so nahm die Sache ihren Lauf. Ihre anfänglichen, kleinen Unsicherheiten legte sie schnell ab und begeisterte mich mit ihrem Spiel- und Beutetrieb, vor allem aber ihrem Einfallsreichtum und der Mischung aus Brav und Frech, was ich von da an so gut ich konnte gefördert habe. Auf den Clicker trainiert begaben wir uns dann an die ersten welpengerechten Clicker- Tricks, in erster Linie im freien Shapen (da bin ich dann ja doch schon kosequent, damit sich das kleine Hirn, das beim Manchester eh schon viel kleiner ist weil schmaler Schädel und nicht viel Platz, sich so frei wie möglich entwickelt!). Im Agility hat sie ausschließllich den Tunnel kennengelernt und das stehen an den „Zonen“ (bzw auf Kartons). Dann kam der April 2011. Auf einem Seminar bei den Jojo- Hoppers schlief Lane mit mir zusammen auf dem Stuhl ein und mir wurde zum ersten Mal klar, wie dick und fest das Band zwischen ihr und mir mittlerweile geworden ist. Wie viel Vertrauen wir aufgebaut haben.

Ich glaube, ich wusste es schon länger, wollte es mir aber nicht eingestehen, war Lanes Zukunft doch schon ziemlich zementiert in der Zucht (was für eine Alliteration 😉 ) Einfach nur so, ohne Hintergedanken schrieb ich Conni, die gerade auf Narnias Welpen wartete, eine Email mit dem Foto im Anhang und den Worten: Was hältst du davon, wenn ich Lane behalte und ihr einen Welpen von Narnia? Zurück kam nur die Frage, ob ich es ernst meinte? Jaein. Ich würde so gerne, aber ich konnte so schlecht. Immer noch Ausbildung bis Juli 2012 und meine Eltern und ach. Es hat immer noch nicht gepasst. Von Narnia wurde kein Welpe behalten und die Geschichte führte sich einfach von alleine fort. Irgendwie.
Dann erinner ich mich an November. Damals war mein Fotostudio im Aufbau und ich hatte den ganzen November frei. Lane war einige Tage am Stück bei mir und dann reichte es meinem Vater. So hat Conni sich mit Peter, ihrem Mann, wieder auf den Weg nach Hamm gemacht, was von Kamen circa 15 Minuten waren, um Lane abzuholen. Dieser Tag war der zweite (wahrscheinlich der tausendste, aber der zweite so deutliche), an dem ich gemerkt habe, dass mein Herz in eine Trillion Stücke gesprengt wird, an dem Tag, an dem Conni sagt, dass Lane nun in die Zucht geht und sie jetzt keinen Sport mehr braucht, egal ob vorläufig oder gar nicht mehr. Den ganzen Abend konnte ich mich nicht beruhigen und aufhören zu weinen. Mein Baby war weg. Im Dezember war Lane wieder da, und wir waren wie üblich hier und da und überall. Eine Sache hatte sie bis dahin immer noch nicht abgelegt: Die Panik vor Treppen (und den ausgerägten Jagdtrieb -.- ). Am 4. Dezember 2011 befanden wir uns also in einem großen Haus, das eine große, offene Treppe hatte. Etwas absolut unüberwindbares für den schon 1 Jahr alten Manchester Terrier. Also auf den Arm genommen und weitergehts. Dummerweise fing da meine Pechsträhne an und ich bin natürlich auf dieser Treppe ausgerutscht, konnte mich aber auch nicht mehr fangen, da ich den Manchester auf dem Arm hatte. Höllische Schmerzen. Aber Brent war dabei, und große Mädchen weinen später. Nicht wenn Amerikaner dabei sind. Zum Glück war ich auf dem Rückweg nach Hause und konnte 2,5 Minuten später in TRÄNEN ausbrechen, als ich im Auto saß. Lane ist nichts passiert, ich habe mir das Steißbein gebrochen und so war es auch das letzte Mal, dass ich Lane in diesem Jahr gesehen habe, weil ich nur noch liegen konnte und die Hunde nicht mehr beschäftigen. Sie hat mir so unglaublich gefehlt. Zum Ende meiner Ausbildung waren es noch 5-6 Monate, je nachdem, wann die Prüfungstermine waren. Conni und ich haben nie mehr präzise darüber gesprochen, dass Lane und ich eigentlich zusammenbleiben sollten. Gesundheitlich ging es bei mir immer mehr bergab, was zuerst auf die Steißbeinfraktur geschoben wurde. Obwohl mein Steißbein mir mittlerweile wieder erlaubt hat, mich zumindest ein bisschen zu bewegen (zwar noch wie ein Krüppel, aber hey, ich war wieder unterwegs) hab ich kaum was geschafft. Ich dachte selbst erst, dass ich durch die 5 Wochen Rumliegen so abgebaut habe, an Kondition etc. Aber ich glaube, dass andere Leute nicht ganz so blind waren. Anfang Januar hat Conni, die zu dem Zeitpunkt bereits eine richtig gute Freundin geworden ist, der ich so ziemlich alles anvertraut habe, mir Lanes Ahnentafel geschenkt und einen Eigentümerwechsel eingetragen. 6 Tage später wurde mein Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Und obwohl ich die meiste Zeit im Krankenhaus verbracht habe, konnte nicht mal mein Vater mehr sagen, dass das damals noch genannte „Sackgesicht“ zurück sollte, wenn ich denn mal zu Hause war, und mein neuer Hund dann natürlich auch.

Lane war da, wie die beste Medizin der Welt und schraubte ihre hohen Ansprüche auffällig herunter. Sie wurde ein Kuschelhund und hatte auch immer weniger Interesse daran, sich zu verselbstständigen. Als wüsste sie, ich könnte es gerade eh nicht mit ihr aufnehmen, hat sie mit hervorragender Leistung die Begleithundeprüfung bestanden (4. Chemo), obwohl ich kaum in der Lage war, mit ihr zu üben.  Während der 5. Chemo hat Lane ihre Zuchtzulassung bekommen, allerdings hat Conni klipp und klar gesagt, dass es meine Entscheidung ist, ob wir mit Lane einen Wurf machen, oder nicht. Sie ist ja MEIN Hund. Und als ich wieder gesund war, durfte Lane so lange bleiben, bis ich wieder zur Schule musste, so mein Vater. Tja, meine Ausbildung ist nun zu Ende, die Gesellenprüfung war im Mai, heute haben wir September und Lane klaut immer noch die Schlappen meiner Mutter, wie damals, als sie 10 Wochen alt war. Und deshalb liebe ich sie so sehr.  Das wollte ich eigentlich sagen.

8 thoughts on “Lane und der Schlappen meiner Mutter

    1. There’s no place I’d rather be than anywhere you’re next to me <3
      Ich freu mich auch schon, Janine 🙂 Wird bestimmt ein tolles Wochenende!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.