Spontan

Spontan

Eine Selbstverständlichkeit, dass man Ostern mit seiner Familie verbringt, wie ich finde, vor allem aber, wie meine Mutter findet. Das Wetter heute war sooooo herrlich, dass mein Vater (hä?) vorgeschlagen hat, wir gehen mit den Hunden spazieren. Soso. Okay. Von mir aus. Wir waren heute morgen zwar schon 6 km laufen, (wir = Jou, Lane, ich, Rest = Couchtisch -.- ) aber wenn er unbedingt will. Einen Kandidaten brauchen wir gar nicht fragen. Der läuft einen Marathon und hat nicht mal Durst. Also gehen wir raus. Weil meine Schwester und meine Mutter schwarz gekleidet waren, hat es sich angeboten, ebenfalls auf Wunsch meines Vaters, ins Rapsfeld zu gehen. Für Fotos. Ich habe meine 20 kg schwere DSLR natürlich IMMER im Handgepäck. Nachdem wir mit 2 Autos also zum Rapsfeld fuhren (keiner wollte mit meinen Hunden und mir in meinem riesengroßen Kombi mitfahren 😀 ) und ich meine Eltern „geparkt“ habe, bin ich schnell nach Hause geflitzt um meine Kamera, die ich natürlich NICHT immer im Handgepack habe, abzuholen. Ich habe die vergangenen Wochen so extrem viel fotografiert, dass ich mich ehrlich gesagt auf einen foto- freien Tag gefreut habe, zumal morgen wieder 5 Hunde bei mir Zuhause sind. Zusätzlich zu meinen 3. Japjap. Ich rase also die Treppen zu meiner Wohnung hoch und auf einmal, hatte ich wieder eines dieser Bilder vor meinem inneren Auge (das habe ich sehr oft!): Meine Familie und ich. Es gibt kein (!!!) Foto von meinen Eltern, meiner Schwester und meinen Hunden zusammen. Keins! Kira ist mittlerweile fast 11 Jahre alt. Ich wusste genau, welches Bild ich haben wollte. Nur noch Stativ einpacken, dachte ich. Schnell ins Auto zurück und dann fiel mir noch etwas ein. Zu Weihnachten 2012 waren meine Eltern, meine Schwester und ich in Oberhausen (?) beim Starlight Express. Und ich weiß, dass wir 4 Sitzplätze hatten, wie die Reihe endete. Die Nummern weiß ich nicht mehr. Meine Mutter erzählte uns, dass sie die Karten schon ganz, ganz lange gekauft hatte und es eine Überraschung werden sollte. Zu Beginn des Jahres 2012 wusste niemand, ob es mich zum Ende des Jahres 2012 noch geben würde. Und ich weiß noch ganz genau, wie wir da saßen, am 25.12.2012 und ich mir für einen kurzen Moment vorgestellt habe, wie es wäre, säße meine Familie dort nur noch zu dritt. Ohne mich. Wären sie dann überhaupt gefahren? Wie wäre Weihnachten gewesen? Hätte die Welt sich einfach weitergedreht? Keine Ahnung. Wäre es so gekommen, hätte es kein Familienfoto mehr gegeben. Nie mehr. Also habe ich mir heute die größte Mühe gegeben, meine Eltern, meine Schwester, meine Hunde und MICH auf ein Foto zu kriegen. Abenteuerlich war wie immer eine kleine Persönlichkeit. Meine Nerven. Hilfe. Aber bekommen habe ich genau, was ich wollte. Sogar noch ein weiteres. Meine Mama war beinahe zu Tränen gerührt, dabei war es jetzt ehrlich gesagt gar nicht soooooooooo aufwending 😉familie

Ich liebe es, wenn ich Bilder so umsetzen kann, wie ich sie vorher „gesehen“ habe. Mit Lane muss man zwar immer improvisieren, aber hey, ich finde, wir haben ein schönes Familienporträt hinbekommen. Und das tollste an diesem Tag war, dass ich aufgewacht bin, sehr betrübt durch einen dieser Träume, die mich im Moment wieder heimsuchen und es mir wirklich schwer fiel, positiv und motiviert durchzustarten. Manchmal muss ich mir gewaltig in den Arsch treten und zähle mir dann immer direkt alles auf, was gemacht werden muss:
– du gehst jetzt erst laufen
– dann gehst du duschen und machst einen Menschen aus dir
– dann wirst du ordentlich frühstücken
– dann beantwortest du deine Emails
– dann setzt du dich weiter an Bildbearbeitung
– bis 13.30. Dann machst du dich auf den Weg zu deinen Eltern
– dort isst du zu Mittag und machst nicht zu lange, damit du anschließend noch zu Hause an deinen Bildern etwas schaffst.
In meinem heutigen Zeitplan stand NICHTS von „vergiss deinen scheiß Zeitplan, genieße den Tag und mach ein schönes Foto von dir und deiner Familie“. Ich bin so dankbar für diesen Tag, für diesen Moment den ich festhalten konnte. Für diese Erinnerung, die mir keiner mehr nehmen kann. Und nicht nur diese, noch einige andere. Hier weitere Favoriten mit weniger Melancholie, Emotion und anderer Gefühlsgeduselei. 004A2024004A2115

Und ein letztes, von Mrs. 100.000 Volt.Lanejump

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.