Herzensangelegenheit

Herzensangelegenheit

Schon ist die Nachsorgeuntersuchung mehr als einen ganzen Tag her und alles ist überstanden. Ich bin wirklich müde und versuche, nicht so extrem weit auszuholen wie ich es gerne tue… Vorab möchte ich mich wirklich herzlich bedanken, bei Rainer und Steffi, die den Sonntag mit mir am Arsch der Welt verbracht haben und mir direkt morgens ein süßes, kleines Glücksschwein geschenkt und ganz viel Glück gewünscht haben für den kommenden Tag, bei meiner lieben Freundin und Lebensberaterin Petra, aus der Schweiz, für die süßeste Sprachnachricht, die über Whatsapp je verschickt wurde, bei 2 weiteren Steffis, bei Jenny, für die liebe Email!, bei Serena, bei Diana, bei Isabel, bei Susann und Nina und allen anderen, die mich persönlich angesprochen haben, mir geschrieben haben, oder mir auf irgendeine sonstige Art und Weise einfach nur mitgeteilt haben: Wir denken an dich! Ich werde das Gefühl nicht los, dass sämtliche Menschen glauben, ich käme mit allem alleine zu  Recht. Das schlimmste ist vorbei und ich bin ja so stark und was ich nicht schon alles durchgemacht habe und und und. Angst ist nach wie vor ein großer Bestandteil, jeden Tag, wenn etwas „merkwürdig“ ist, hat man nur einen Gedanken. Ich weiß mittlerweile, dass es mich nie mehr loslassen wird. Und ich habe Angst. Ich habe verdammt noch mal so viel Angst, dass es mich manchmal erdrückt und ich das Gefühl habe, kein Glück und keine Freude mehr empfinden zu können. Umso enttäuschter bin ich von den Menschen, die mir WIRKLICH nahe stehen, die sich nicht mal die Mühe gemacht haben, eine Email zu schreiben. Ist wohl doch mit zu viel Aufwand verbunden oder schlicht und ergreifend überbewertet. Ja, ich bin wirklich enttäuscht. Schlimmer, als Angst zu haben ist, Angst zu haben, und das Gefühl, alleine damit darzustehen, ohne dass es jemanden juckt oder sich jemand sorgt oder kümmert. Aber nun zum Wesentlichen, ich wollte doch nicht so weit ausholen.
Sonographie vom Abdomen: alles unauffällig. Alle Organe normal groß, gut beurteilbar, keine pathologisch vergrößerten Lymphknoten.
Röntgen vom Thorax: frei von jeglichen Flecken und Auffälligkeiten.
Lungenfunktionstest: Der war tatsächlich überragend. Den hätte ich 2 mal machen sollen, weil die nicht glauben konnten, wie man ein solchen Lungenvolumen haben kann. Ja. Weiß ich auch nicht. Sachen gibts halt.
EKG: unauffällig.
Echo: Zitat: ein gesundes, normalgroßes Herz. Das leider nur „zu langsam“ schlägt. Aha. Wie paradox. Ich beschwere mich die ganze Zeit, dass es in meiner Brust HÄMMERT und das tut es auch. Das bilde ich mir nicht ein. Ich FÜHLE es ja. Das darauf schon seit geraumer Zeit herumgetrampelt wird und ich der größere Idiot bin, weil ich es zulasse, ist eine andere Geschichte. Es hämmert. Es rast. Es schlägt zu schnell. Nein. Es schlägt zu langsam. Auf jeden Fall ist der Rhytmus gestört. Zur Bereicherung des Tages durfte ich mit meinem Lieblingsarzt von damals sprechen, ja, auch ich habe mich offensichtlich in sein Hirn gebrannt. Er kennt jedes Detail über mich. Er weiß sogar, in welchem Zimmer ich wo welche Bilder von wie vielen Hunden stehen hatte. Hilfe! Ich versuche aber, viele böse Dinge aus der Vergangenheit einfach auf sich beruhen zu lassen und bilde mir ein, dass Menschen sich ändern und dazu lernen. Es gibt niemanden auf dieser Welt, der über mehr Fantasie, Einbildungskraft und Hoffnung verfügt als ich. Niemanden! Wie auch immer. Er sagte jedenfalls, dass man an meiner Kurve das Gegenteil erkennt, als ich ihm von meinem Herzrasen erzählte und wollte mir „nicht zu nahe treten“ aber meinte, das sei sicherlich „psychisch bedingt“. Ich soll Stress vermeiden. Alles klar, danke. Schönen Tag noch.
Das war meine Nachsorgeuntersuchung. Wir sehen uns dann 2015 wieder. Ich bin im Moment ein bisschen aufgekratzt, weil ich diesen Tag noch gar nicht wirklich feiern konnte, als sich schon wieder die nächste Katastrophe ereignete und damit meine ich nicht die Dinge, die ich in meiner Küche gefunden habe, nachdem ich endlich Zeit gefunden habe, diese wieder in einen gesunden, begehbaren Zustand zu bringen. Am Wochenende war mit der Kira noch alles ok. Wir hatten alle sehr viel Freude an ihr, weil sie UNBEDINGT so sitzen musste auf dem Turnier, dass das Flatterband der Absperrung ihren Kopf berührt hat. Mindestens ihre Ohren aber. Wenn ich sage, dass Kira in einer Welt lebt, die mit unserem gesamten Universum nichts zu tun hat, dann stimmt das. Gestern konnte sie auf einmal nicht mehr richtig aufstehen, vor allem die Hinterhand macht ihr zu schaffen, dabei war es doch immer nur die Vorderpfote. Ich trage sie mittlerweile sowieso schon den Großteil der Zeit mit mir rum, oder schiebe sie in ihrem Buggy durch die Gegend, aber als ich sie auf den Arm nehmen wollte, hat sie wirklich geschrieen. Das macht mir sehr, sehr große Sorgen. Dort, wo ich sie platziere, bleibt sie liegen. Grundsätzlich hat sie Schwierigkeiten, sich bequem hinzulegen und auch als ich sie gestern im Auto auf den Beifahrersitz gelegt habe, damit sie sich nicht in eine harte Box quetschen muss, hat sie, als ich in eine Kurve gefahren bin und das nicht nennenswert hart, wirklich gefiept… Ich male mir hier gerade den Horror aus. Morgen bekommt sie das volle Programm beim Arzt und auch von meiner Physiotherapeutin lasse ich sie durchchecken. Ich hoffe so sehr, dass es nur eine krasse Blockade ist. Aber ich kenne meinen Hund 🙁 11 Jahre… Oh Gott. Was soll ich ohne meine Kira machen? Wenn Kira nicht mehr ist, dann geht eine Ära zu Ende. Dann geht ein Teil von mir mit zu Grunde. Wenn Kira nicht mehr ist, dann sind Herzrhytmusstörungen mein kleinstes Problem. Ich möchte gar nicht daran denken… Nicht meine Kira. kirajujni

2 thoughts on “Herzensangelegenheit

  1. Oh man, was kann man dazu nur schreiben. Einerseits freu mich so sehr für dich, dass die Kontrolluntersuchung so gut ausgegangen ist. Ich kann deine Sorgen aber sehr gut nachvollziehen. Und das mit Kira ist gar nicht schön. Drücke dir die Daumen, dass es wirklich nur eine Blockade ist und sie schnell wieder auf die Pfoten kommt. Schicke dir mal ganz liebe Knuddler rüber.

  2. Ich habe beim Lesen ein richtiges kleines Gefühlschaos durchgemacht. Zuerst habe ich mich wahnsinnig für Dich gefreut – und das tue ich immer noch! Ich weiß wie das ist, wenn der Körper irgendwo komisch zwackt – aber ich denke mir nichts weiter dabei. Kaum auszudenken, wenn man sich jedesmal ernsthafte Sorgen macht. Ich drücke Dir die Daumen, dass mit jeder weiteren befundfreien Untersuchung das Gefühl und die Angst etwas abnimmt.

    Am Ende Deines Textes, habe ich ein Tränchen verdrückt. Ich hoffe Kira kommt bald wieder auf den Damm und es ist tatsächlich nur ein Alterszwacken.

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