Polly Polinski

Polly Polinski

Es war so: Ein Aufruf bei Facebook wurde gestartet, für eine kleine Parson Jack Russell Terrier Hündin namens Daphne. Genau wie Lanes Mutter. Daphne kam zurück weil ihre Besitzer einen Hund dieser Rasse mit einem Charakter dieser Ausprägung unterschätzt haben- obwohl sie jaaaahrelange Hundeerfahrung hatten 😉 Ich wurde in einem Kommentar erwähnt, ob dieser Hund nicht etwas für „uns“ wäre. Wer ist „uns“? Ne, das musste ich einfach übergehen. Einige Tage später wurde der Aufruf wiederholt. Daphne hat noch immer nicht die richtigen Leute gefunden. Mittlerweile ist sie 12 Wochen alt. Ich versuche mir vorzustellen, wie es wäre, wenn hier ein weißes Gegenstück zu Lane rumläuft, gehe alle Möglichkeiten und Gegebenheiten durch und stelle fest, dass es völlig verrückt und unvernünftig ist, einen so jungen Hund einer wieder anderen Rasse bei mir aufzunehmen. Abends skype ich mit meiner besten Schweizer- Freundin und erzähle ihr davon, dass ich einen kurzen Moment lang einen ganz verrückten Gedanken hatte und wie unrealistisch alles ist. Schnell stelle ich fest, dass sie nicht die richtige Ansprechperson ist, als Mutter von 3 Kindern und Besitzerin von 5 Hunden ( Border Collie / Border Terrier ). Die 3- stündige Suche nach einem Namen beginnt also online. Paula. Gianna. Was weiß ich denn. Ich habe die Liste verlegt. Einigen konnten wir uns nicht. Also entscheiden wir uns aufzulegen, es ist mittlerweile nach Mitternacht. Kurz bevor wir auflegen fragt die liebe Petra, was eigentlich mit „Polly“ ist. Polly? Klar. Polly. Ok. Wenn meine Nachsorgeuntersuchung positiv verläuft schaue ich sie mir an. Donnerstag ging im Krankenhaus alles klar, Freitagmorgen saß ich mit einer weiteren, unvernünftigen Freundin im Auto nach Plettenberg. Auf der Hinfahrt rede ich ihr und mir ganz intensiv ein, wie unpassend gerade alles ist. Und dass Lane noch so jung ist und ich gerade umziehe etc. Wir betreten das Haus, und klein Daphne rastet vollkommen aus, als sie uns sieht. Ich sehe kleine, glitzernde Herzchen in Serenas Augen und bereue, dass ich sie mitgenommen habe 😀 Polly, ich meine Daphne, bringt uns Spielzeug, rast und tobt durch die Bude. Ich gehe nochmal alles durch, was dagegen spricht, zähle der Züchterin alle Gründe auf, die dagegen sprechen, diesen Hund bei mir aufzunehmen, während sie längst in meinem Arm eingeschlafen ist. Sei stark Daria, du gehörst nicht zu der Sorte Mensch, die „nur gucken“ fährt und mit Hund wiederkommt. Nein, du nicht. Ich merke relativ schnell, dass meine Gegenargumente irgendwie lächerlich erscheinen, vereinbare aber trotzdem, dass ich das Wochenende abwarten möchte, um auf eine „Eingebung“ zu warten. Tja 😀 Diese bleibt den ganzen Samstag aus, obwohl ich bereits ein Halsband mit einem Namensschild habe anfertigen lassen. Scheiße. Am Sonntag bin ich kein bisschen schlauer. Ich bin immer noch hin und her gerissen, während ich von den 3 Personen, die ich zu Rate gezogen habe, zubombardiert werde mit Nachrichten in freudiger Erwartung auf das Terrier- Kind. SCHEIßE! Ok, wenn ich mich nicht dafür und nicht dagegen entscheiden kann, im Zweifel für den Angeklagten. Ich gehe mitten auf der Dog Live raus, packe das Handy, wähle die Nummer und sage einfach zu. Kein Mensch kann mir sagen, was in 3 Jahren ist. Strenggenommen ist eine jede Entscheidung sei es für einen Hund oder ein Kind oder ein Haus ein Risiko weil niemand von uns weiß, was morgen kommt, oder? Warum nicht heute die Situation ergreifen, wenn sie sich uns bietet? Ich habe also zugesagt und höre, wie Pollys herzige Züchterin am Telefon offenbar zu ihr sagt: „Du bist nun Polly.“ Mein Herz geht auf. Ich zweifel keinen Moment mehr an der Richtigkeit dieser Entscheidung. Am Montag Abend habe ich sie dann mit Stephanie, meiner eigentlich vernünftigsten Freundin (die ihre Mutter auf mich angesetzt hat um mir einzureden, dass ich diesen Hund nehmen soll), zu Polly und hole sie ab. Was uns erwartet hat, lässt sich nicht in Worte fassen, einzig in einem Video darstellen.

Tja,  in meiner Entscheidung bestärkt, trotzdem mit etwas Magenschmerzen haben wir den Pimpf also eingepackt und sind losgefahren – Die ganze Stunde hat sie brav bei Stephanie im Arm geschlafen. Zu Hause angekommen, stieg die erste Party in Ascheberg mit Maya. Dabei dachten wir mehrfach, wir müssten hier und da um ihr Leben bangen, aber naja, sie hat viele Züge von Lane. Aufstehen, schütteln, weiterzocken. In Hamm angekommen, habe ich sie in ihren Kennel gepackt und tada, der kleine Räuber hat tatsächlich die ganze Nacht durchgepennt. Was soll ich noch weiter erzählen? Meine Augen fallen langsam zu, es ist extrem viel Leben in der Bude, ich kann mir heute, an Tag 5 NICHT mehr vorstellen, wie es ohne Polly wäre, ich liebe ihre überschwänglichen Küsschen morgens, wenn ICH sie wecke, die Parties, die sie hier mit Lane feiert (ein Best of folgt), ich liebe ihre Offenheit, ihre Hartnäckigkeit, ihren eigenen Kopf, wie sie aussieht, wie sie spielt und wie sie Zewa – Rollen auf meiner Couch zerreißt. Ich liebe alles an diesem Hund. Vor wenigen Tagen habe ich noch geschrieben, dass ich ahne, dass 2015 großartig wird. Gut, dass mich niemand vorgewarnt hat, WIE großartig es bereits im Januar wird – ich wäre vollkommen ausgerastet.

POLLY_

7 thoughts on “Polly Polinski

  1. Viel Glück und Spass mit der Kleinen 😀
    Ich mag deinen Blog super gerne und lese immer gespannt mit, freue mich auf deine nächsten Einträge 😀

  2. Die Maus passt einfach zu euch, mehr kann man wohl nicht schreiben. 😉 Freu mich sehr, über eure gemeinsamen Abenteuer zu lesen bzw. über die Schandtaten, die Lane & Polly anstellen. 🙂

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