Was macht eigentlich…

Was macht eigentlich…

die Jou? Tja, diese Frage wurde mir in letzter Zeit häufiger gestellt, und ich möchte kein Geheimnis daraus machen, was die Jou denn nun so macht. Vorab, um wieder irgendwelche gehässigen Mäuler zu stopfen, möchte ich ein wenig ausholen, um eine umfangreiche Klarheit zu schaffen.
Als ich Kira bekommen habe, ging für mich ein Kindheitswunsch in Erfüllung. Absolut. Kira war aber nie der Hund, den sich ein Kind wirklich gewünscht hätte. Sie war desinteressiert an jeglicher Zusammenarbeit, sie war selbstständig, gerne auch selbstständig weg, länger, sie hat alles und jeden gejagt, wollte partou  nicht an der Leine laufen und hat mir, mit meinen 14 Jahren, das Leben manchmal nicht ganz leicht gemacht. Über Umwege bin ich ans Agility geraten, und erst über diesen Sport habe ich mit ihr zueinander gefunden. Endlich hatten wir etwas, worauf wir beide Lust hatten und so fing es an, dass sie kooperierte und ich sehr viel über die Erziehung eines Hundes gelernt habe. Als ich der Meinung war, dass es mit Kira und mir echt gut lief, was auch tatsächlich der Fall war, habe ich mir einen zweiten Hund gewünscht. Im 3er Gespann wollte ich die Gegend unsicher machen und es war klar, dass ich keine 2 sturen, bockigen Hunde haben wollte, auch wenn ich Kira über alles geliebt habe. Auch wenn die Turniere und Hundeplätze damals nicht so voll waren von Shelties, habe ich mich in diese Rasse verguckt und so sollte es auch bei mir ein Sheltie werden. Mein Traum- Sheltie war eine blue merle Hündin. Die Suche fing an. Ich hatte einige wenige Züchter gefunden, die für mich in Frage kamen und so begann eigentlich der Horror. Im ersten Zwinger sind nur tricolore Welpen gefallen. Im zweiten Zwinger nur eine blue merle Hündin, die selbst behalten werden sollte. Im dritten Zwinger sind 2 gefallen, ich hatte aber nur die 3. Wahl, und die ersten beiden waren vergeben. Also Pech gehabt. Ich wollte keine Abstriche machen, und so war klar, dass ich mich gedulden sollte. Über andere Umwege bin ich an eine sehr große Sheltiezucht geraten, in der es noch einen blue merle Rüden zu vergeben gab. Irgendwie hat mich dieser Rüde gefesselt und ich habe mir gedacht, dass es vielleicht einfach so sein soll, wenn nirgendwo eine passende Hündin für mich fällt. 2 Wochen später ist Skylight eingezogen.skylight_2 Mein kleiner blauer Sheltie- Rüde. Kira fand ihn von Anfang an klasse. Aber irgendetwas stimmte mit diesem Hund nicht, und das stellte sich bald heraus. Er hatte eine Fehlbildung in den Wirbeln in der Rute, und es haben mir 2 Ärzte davon abgeraten, einen solchen Hund zu behalten, weil dies auch ein Hinweis auf weitere Fehlbildungen in den Knochen sein könnte, insb. im Rücken etc. Einen Teufel wollte ich tun, diesen Hund wieder abzugeben. Meine Eltern haben mich dann ein wenig dazu überredet, weil es nicht okay war, das so etwas nicht erwähnt wurde und es im Nachhinein noch hieß, ich hätte zu einem Terrier keinen Sheltie setzen sollen, wenn dieser so aggressiv sei. Hinzu wären damit langfristig vorhersehbare, enorme Kosten und Probleme auf mich hinzugekommen.Vom Tierarzt habe ich mir damals schriftlich geben lassen, dass es sich um eine genetische Fehlbildung handelt und Kira natürlch nichts damit zu tun hatte.rute
5 Tage später ist Skylight auch wieder ausgezogen, die Züchterin war beleidigt und wollte den Hund zurück. Mein Herz war gebrochen und ich wollte nie wieder einen Sheltie haben. skylight

Es vergingen einige Monate, und ich erhielt einen Anruf von dem Züchter, der die blaue Hündin behalten hat. In Essen im Zwinger vom Steinmannshof sei eine blaue Hündin gefallen. Sie sei noch frei und der Vater wäre der selbe wie der, von seiner eigenen Hündin, die ich gerne haben wollte. Ein neues Zeichen, so dachte ich. Auf nach Essen, Herz vergeben, Herz verschenkt. In 4 Wochen sollte Joulean endlich einziehen. Ich hatte meine blaue Hündin endlich gefunden!

Melissa-in-Blue-vom-Steinmannshof-6-(1)Jede Woche habe ich sie besucht, jede Woche habe ich ihr was mitgebracht. Zuhause in meinem Zimmer bei meinen Eltern war bereits alles vorbereitet und ich wusste, ich wäre der glücklichste Mensch der Welt. Doch schnell zeigte sich, dass Jou mich vor viele neue Probleme stellte, mit denen ich absolut nicht gerechnet habe. Es fing an mit Treppen. Sie hatte tierische Angst vor Treppen. Natürlich ist sie noch längst keine gelaufen, aber sobald sie in die Nähe von Treppen kam, überkam sie Panik. Man konnte sie kaum bändigen. Ich habe keine Ahnung wieso. Bis heute nicht. Sie hatte richtige Schwierigkeiten zu binden und ist ständig weggelaufen, wenn man sich ihr nähern wollte, vor allem aber, wenn man sie anleinen wollte. Zuhause pisste sie sich regelmäßig ein, wenn man sich ihr mit der Leine näherte. Sie war einfach der Hund, der die Unsicherheit in allen Aspekten höchstpersönlich erfunden hat. Von Anfang an. Im Laufe der Zeit begann ich auch sie auszubilden. Da Kira wirklich nur sehr schlechten Gehorsam gelernt hat, wollte ich mit Joulean von Anfang an auch Obedience machen und ihr eine wunderschöne Fußarbeit beibringen. Das ganze Training lief auch bis zu einem gewissen Moment gut. Irgendwann fing sie aber an, akut abzubauen. Sie fing an umher zu schnuppern und sich den Situationen mehr und mehr zu entziehen. Es hieß damals von meinen Trainern, dass sie unaufmerksam und unkonzentriert sei. Ich sollte sie auf mich aufmerksam machen und dieses Verhalten unterbinden. Jedoch hatte ich keinen unkonzentrierten Hund an der Leine, sondern einen, der akut und ständig ins Meideverhalten ging.meide Einmal in der Platzablage bei der Rückkehr aus Versehen auf die Haare der Schwanzspitze getreten (davon hat ein Sheltie reichlich!), wurde ich mindestens 2 Monate im Training zurück geworfen. Man hat sich mit ihr stets auf dünnem Eis bewegt.

Die Begleithundeprüfung hingegen hat sie wie eine 1 gemeistert. Irgendwann schien sich diese Phase gelegt zu haben, und Joulean lief wie am Schnürchen. Vor allem hatte sie aber mega Bock auf sämtlich Aktivitäten, und wir waren uns alle sicher, sie hatte ihre Angst- und Meidephase überwunden und wäre jetzt endlich freier. Doch dass das auf gar keinen Fall so war, zeigte sich auf den ersten Turnieren. Es war so schlimm, so unfassbar schlimm, dass ich sie kaum am Start absetzen konnte, eine zeitlang, weil sie weggelaufen wäre.

Kontaktzonen haben ihr am meisten zu schaffen gemacht und ich habe mich dazu entschieden, sie vorläufig aus dem Turnier- Geschehen herauszunehmen und mir ihr ein wiederholtes Mal eine noch intensivere Sozialisierung und Prägung durchzumachen, auch wenn sie aus dem Alter der Prägung längst raus war. jz bockelwegk-k-IMG_7740Wir haben wirklich angefangen, tagtäglich in der Stadt zu trainieren, in Fahrstühlen, in Geschäften wo Hunde mit rein durften, im Keller habe ich mit ihr trainiert, bei Freunden, jeden Tag habe ich versucht die Umgebung zu wechseln um ihr eine Umfangreiche Generalisierung beizubringen. Sie durfte mit zur Schule und überall hin!1g Es war mir soooo wichtig, dass dieser Hund auf seine Umgebung und vor allem auf Menschen klar kommt. Menschen begegnet man überall. Nicht nur auf einem Turnier. Die Turniere wurden zur Nebensache. Joulean hatte einen neuen Job. Nachdem ich der Meinung war, dass sie nun besser zureckt kommen müsste, habe ich mich langsam wieder an die Turniere getraut und es wurde besser, aber niemals gut. Schließlich bin ich mit ihr in die Schweiz gefahren, und habe 2 Wochen beim damals amtierenden Weltmeister Martin Eberle gewohnt und trainiert. Auch er war mit seinem Latein am Ende. Ich habe Seminare besucht bei allen Leuten, die man in Deutschland kennt und als „gut“ bezeichnet. Jeder hat mir gesagt, dass der Hund ungeeignet sei. Schließlich habe ich die Webeite von Silvia Trkman gefunden. Dort bin ich auf ihre Running Contacts aufmerksam geworden. Weil Joulean immer den größten Stress mit diesen Geräten hatte, habe ich total aufwendig die Kontaktzonen umgestellt. Schon wieder aus dem Turniergeschehen heraus, hatten wir eine wieder neue Aufgabe. Alles mit ihr war ein Kampf. Über ein halbes Jahr lang, habe ich täglich dieses Scheiß- Brett in mein Auto geladen, sämtliche Bierkästen für die Erhöhung gesammelt und sogar einen Ersatzreifen aus meinem Auto ausgebaut, irgendwann auch den von meiner Freundin, um das Brett, welches ich in der Mitte teilen musste um es transportieren zu können, täglich wie gesagt, zu stützen.rcnoi In der Zwischenzeit wurde ich sogar am Fuß operiert, also habe ich meine 2 besten Freunde engagiert, jeden Abend nach der Arbeit vorbeizukommen, um das Brett aus dem Keller für mich zu tragen, damit ich auf Krücken den Hund über das Brett schicken konnte. Durch die Videos die ich regelmäßig bei Youtube hochgeladen habe (sind dank der GEMA heute ziemlich alle gesperrt! Merci!) habe ich Emelie Svennson aus Schweden kennengelernt.

Sie hatte mit ihrem Berger „Magie“ ebenfalls Motivationsschwierigkeiten und Anzeichen von Blockaden und Meideverhalten. Sie hat den Kontakt zu mir hergestellt und nach einigem Hin und Her, kurz Tollwut- Titer-Bestimmung für Joulean und ab nach Schweden. Der Aufwand den ich betrieben habe, um Joulean zu vermitteln, dass alles nicht schlimm ist und kein Problem, ist unermesslich. Von Emelie habe ich alles über Shaping Games und allgemeines freies Shapen gelernt. Ich habe auch gelernt, wie man einem Hund, der sich Spielzeug und alles, was man aufheben könnte, ebenfalls meidet, doch zum Spielen bekommt. Ich habe einen Auslauf in dem Betrieb, wo ich meine Ausbildung zur Fotografin gemacht habe, gebaut, um täglich in der Mittagspause mit Joulean Clicker- Games zu spielen, statt zu essen. Jedes Buch habe ich verschlungen, Susan Garrett, Leslie McDevitt, Deutsch, Englisch, Scheißegal.

Es verging wieder unglaublich viel Zeit, und unglaublich stolz auf meine unglaublich guten Kontaktzonen ging ich aufs Turnier um festzustellen: Joulean entwickelte neue Phobien. Auch wenn sie sich an Menschen gewöhnt hat, so dachte ich zumindest, fing sie an, alles, was uns entgegen kam, aus Unsicherheit zu verbellen. Wir konnten kaum noch Besuch zu Hause empfangen, weil sie alles und jeden nur verbellt hat. Keiner hatte eine Existensberechtigung ihrer Meinung nach. Niemand durfte sich bewegen, niemand durfte reden. Sie hat sofort angeschlagen. Mit der Click- für- Blick Methode habe ich auch das dank 8 Monate langer Gegenkonditionierung einigermaßen in den Griff bekommen. Raus gegangen ist es bis heute nicht. Einige Sachen haben sich bei ihr gefestigt, andere sind besser geworden. Regelmäßig kam aber neues hinzu, auch wenn sie mit ihrer Umwelt in der Zwischenzeit recht gut umgehen konnte. Es war aber immer ein Problem für sie, wenn wir nach Holland gefahren sind, wenn wir in Polen waren, wenn ich sie mitgenommen habe in die Schweiz. Sie hat Turniere niemals gemocht, niemals angefangen zu mögen, auch auf dem Hundeplatz wollte sie lieber zwischen 2 Bäumen stehen, als zu arbeiten. Sie hat auf viele Dinge verzichtet, aus Prinzip. Sie fand Zelten doof, Fahrrad fahren doof, es gibt einfach nicht besonders viel, dass Joulean mag. Mich inbegriffen. Ich habe immer gesagt, dieser Hund liebt mich nicht. Sie hat sich immer, immer immer immer, ohne eine Ausnahme mehr über meine Eltern gefreut, die nur Essen in diesen Hund reingestopft haben, als über mich, die jahrelang versucht hat, diesem Hund das Leben LEICHTER zu machen. Sie hat meinen Ex- Freund, der so gut wie nie da war, immer mehr gemocht als mich. Die 2 haben zusammen in einer Welt gelebt, in die ich niemals einen richtigen Einblick erhalten habe. Und als er komplett weg war, hatte Joulean gar keinen Bezug mehr. Sie hat keinen Bezug zu Kira, zu Lane am allerwenigstens. Sie findet andere Hunde genauso doof, wie fast alle Menschen. Ich habe niemals verstanden, was ihr genaues Problem war. Fakt ist, dass der Sheltie grundsätzlich ein sensibler Hund ist, der zur Unsicherheit neigt. Aber Jou war wirklich ein Extremfall. Ich bin froh, ihr soweit geholfen zu haben, dass sie sehr gut zurecht kommt. Man kann sie überall ohne Bedenken laufen lassen, sie würde niemandem etwas böses tun, maximal anbellen. Sie hört sehr gut und kann durch den wenigen Aufwand, den ich betrieben habe für sie, eine halbe Tonne Tricks und anderen überflüssigen Kram. Aber sie konnte sich niemals an mich gewöhnen. Es gibt immer 2 Arten, mit einem Problem umzugehen. Erstens: Man sucht nach einer Lösung für dieses Problem. Zweitens: Man meidet einfach das Problem. Ich bin es angegangen, Joulean wollte es lieber meiden. Hätte sie die Wahl gehabt, hätte sie für sich ein anderes Zuhause gewählt. Eins mit ruhigen Verhältnissen, einem geregelten Tagesablauf, keinen aufdringlichen Terriern, keinem Sport und einem Haushalt, wo nicht ständig „neue“ Menschen mit „neuen“ Hunden ein und ausgehen. Einem Zuhause, wo sie einfach nicht mehr mit all diesen Dingen, die sie so wenig mag, konfrontiert wird. Diese Wahl hatte sie Ende des letzten Jahres, und die hat sich einfach ergeben. Danach habe ich nicht gesucht. Ich habe nie einen Aufruf für sie gestartet oder gezielt Leute angesprochen. Als ich mich mit Iris, die schon vor Jahren mit ihrem eigenen Sheltie „Ruby“ bei mir im Agility Training war, getroffen habe, um über die Erkrankung zu sprechen, die uns beide betroffen hat, ist Joulean nahezu ausgeflippt und irgendwas sagte mir, dass sie gehen möchte. Wir musste ehrlich gesagt nicht lange darüber reden. Es bricht mir das Herz, aber ich habe für Joulean alles getan, was in meiner Macht stand und was mir vor allem eingefallen ist. Keine Kosten und keine Mühe habe ich für sie gescheut, aber meine Welt war niemals ihre Welt. Und weil das Leben kurz ist, und so unfassbar wertvoll, hat jeder ein Recht darauf, glücklich zu sein. Auch wenn dies bedeutet, dass Wege sich trennen. IMG-20150409-WA0017jouroub2jourub

Das macht also die Jou. Sie teilt sich ein ruhiges Zuhause, dass sie offenbar selbst für sich gewählt hat, ohne Agility mit einem weiteren, weichem Sheltie, dessen Gesellschaft sie GENIEßT und befürwortet, bei Menschen, die IMMER Zuhause sind! Danke Iris, Danke Rainer.

13 thoughts on “Was macht eigentlich…

  1. Liebe Daria,

    niemand außer du selbst, kann sagen, was richtig für Jou ist. Ich habe damals ja euren Werdegang verfolgt und habe gesehen, wie oft Jou Meideverhalten an den Tag gelegt hat. Und wenn sie sich für Iris und Rainer entschieden hat, dann ist es doch am Besten für alle Beteiligten. Ich freu mich daher für Jou und dass sie dir die Entscheidung so einfach gemacht hat. Fühl dich mal ganz lieb gedrückt. 🙂

  2. Liebe daria,

    ich glaube, dass ein Hund nie zufällig irgendwo landet.

    Hinter jedem Weg, den Hunde mit uns gehen, steckt ein Sinn. Ich finde es ganz wertvoll, wenn man dafür offen ist und einfach geschehen lässt. Und irgendwie ist ja auch Polly zu dir gekommen, ohne, dass sie wirklich sollte.

    Ich freue mich sehr für jou, dass sie gehört wurde.

    Ich hoffe es kommt jetzt so rüber, was ich meine 😀

    Liebe Grüße

    Caro

    1. Ich danke euch beiden. Das Thema ‚Jou‘ war schon immer sehr schwer. Eigentlich das ganze Thema Sheltie. Fest steht, dass ich von keinem Hund vorher und von keinem Hund nachher so viel lernen werde, wie von ihr. Sie hat mich so viel gelehrt. Trotzdem hing über uns immer diese dicke fette schwarze Wolke, die uns beide sehr belastet hat. Als Jou gegangen ist, wusste ich noch längst nichts von pollys Existenz. Polly wäre nicht eingezogen, wenn jou noch da gewesen wäre. Allerdings nicht wegen der Anzahl an Hunden, sondern wegen Joulean selbst. Ich denke auch, dasswir immer dem befbegegnen, was wir gerade brauchen. Es ist aber wichtig zu erkennen, wenn die gemeinsame Zeit vorbei ist.

  3. Hi Daria,

    Du hast Dir die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht. Und irgendwie scheint Jou sie auch für Dich mit getroffen zu haben. Ich ziehe meinen Hut vor jemandem der so eine Entscheidung trifft, obwohl es ihm das Herz zerreißt. Respekt!

    Ich wünsche Jou einen tolle Zeit in ihrer neuen Familie. Und Dir & Deinem Rudel wünsche ich ebenfalls nur das Beste!!!

    Liebe Grüße
    Jenny

    1. ich danke euch allen so sehr für eure lieben worte! joulean war anfang mai für eine woche bei uns, weil ihre neuen menschen im urlaub waren. meine eltern haben ebenfalls festgestellt, sie ist nun ein anderer hund. als ich sie samstag abend zurück gebracht habe in ihr neues zuhause, ist sie schon beim aussteigen ausgerastet und hat gebellt wie eine irre. in ihrem Zuhause ist sie dann hin und hergelaufen, auf einem langen teppich im flur und hat einen teddy als geschenk gebracht. ihren neuen menschen aber, nicht mir. sie ist die treppe hoch, hat geschaut ob ihr sitzsack, auf dem sie nun neben dem bett schläft, noch steht, und hat mich kein bisschen beachtet… tja. das war der beweis, dass es die beste entscheidung war, die ich für sie treffen konnte. sie hat nun alles, was sie wollte und vermisst nichts mehr.

  4. Hallo Daria, es ist genauso wie du geschrieben hast. Ich wollte nie wieder einen zweiten Hund, aber Jou hat entschieden, dass sie zu mir bzw. uns kommen möchte. Das war nie geplant. Unsere ganze Familie hat den zweiten Hund super aufgenommen. Wir haben keinen Tag bereut, Jou bei uns zu haben. Sie gibt so viel. Außerdem ist sie natürlich hervorragend ausgebildet und verträgt sich mit unserem Sheltie. Inzwischen lerne ich auch was Jou alles kann ;-). Das einzige, was für mich noch wichtig war, dass sie sich mit unserem kleinen Enkelkind verträgt und im Urlaub einen Platz bei dir bzw den Eltern hat. Inzwischen haben wir sogar ein tolles Hotel am Gardasee gefunden, wohin wir beide Hunde mitnehmen können. Es zeigt so viel Größe, dass du den Hund abgeben konntest. Jou hat es bei uns gut und fühlt sich sehr wohl. Ich muß etwas aufpassen, dass unsere Sheltiehündin Ruby nicht vernachlässigt wird. Das verwöhnte Einzelkind mußte sich mit der Situation erst abfinden. Inzwischen kommen beide Hunde überall mit und fallen durch ihre liebenswerte Art auf. Danke, dass wir Jou bei uns haben. Es ist so als ob wir aufeinander gewartet haben. Ich wünsche dir mit deinen Terriern ganz viel Freude. Schön, dass wir noch ab und zu trainieren 🙂

  5. Ach, Daria… ich weiss noch wie viel du gemacht hast und viel viel Herzblut, Stärke, Geduld aber auch Tränen in die Bindung mit Jou gesteckt hast. Sie war wirklich nicht einfach und ich denke, dass so wie es jetzt ist, es am besten ist. Gibt sicher wieder Menschen, die darüber lästern und so weiter und sofort… aber schlussendlich haben diese erst gar nicht das Recht dazu und zweitens macht es keinen Sinn – für beide Parteien, Hund und HF – solch ein Zusammenleben zu führen!

    Ich freue mich schon dich mal wiederzusehen! Und das wird bald sicher wieder öfters der Fall sein, denn ich komme zurück nach D 🙂

    1. Hi Nadine,
      Danke für deinen Kommi. Stimmt, du hast uns ja damals in der Schweiz erlebt, nachdem ich auch schon auf runnings umgestellt habe. Ich habe ebenfalls viele Tränen wegen ihr vergossen, und nach etlichen Turnieren meine Mama angerufen, um ihr zu sagen, dass ich das alles nicht mehr machen. So oft schon war ich mit ihr an dem Punkt, sie einfach sein zu lassen und ihr Problem nicht zu meinem zu machen. Aber immer wieder habe ich mich dennoch aufgerafft. Nun hat sie ihre Ruhe, und niemand außer mir selbst, weiß, wie sich diese (kaum vorhandene) Bindung zu ihr anfühlt. Von daher hast du Recht, wenn du sagst, dass ich diese Entscheidung alleine zu treffen habe, aber wie die Leute eben so sind… Ist doch überall gleich.
      Ich freue mich sehr, dass es dich in die Heimat zurück zieht, allerdings weiß ich gerade nicht, ob das gute oder schlechte Neuigkeiten sind, da ich deine Beweggründe nicht kenne. Fühl dich frei, mich per Mail zu kontaktieren. ich freue mich!

  6. Liebe Daria,
    ich glaub, ich kenne kaum einen, der soviel für seine Hunde tun würde, wie du. Ich kenne auch kaum jemanden, der dem Schicksal so selstverständlich entgegentritt. Und wahrscheinlich nur eine Hand voll, die mit Hunden so gut umgeht, wie du es tust.
    Aber noch weniger Menschen kenne ich, die den Mut haben, sich einzugestehen, wann Liebe heißt, jemanden gehn zu lassen.
    Du hast Jou etwas ermöglicht, wofür die meisten nicht den Arsch in der Hose hätten. Ich glaube, du hast das richtige gemacht. Meinen Respekt dafür. Ich hoffe, wenn ich mal in diese Situation komme, werd ich genauso mutig sein.

    1. Liebe Lisa,
      ich erinnere mich an einen ausschlaggebenden Nachricht von dir, die mich niemals losgelassen hat und in einer sehr schwierigen Zeit tagelang ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Auch heute hast du es geschafft, mich in einer Thematik, die sehr schwierig ist, mit deinen Worten zu bewegen und berühren. Danke für deinen herzlichen Kommentar!

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