Kontaktzonen

Kontaktzonen

Vielleicht wurde hier schon mal an der einen oder anderen Stelle erwähnt, dass ich Kontaktzonen liebe. Insbesondere den Steg. Als ich Lane aufgebaut habe, war mir sofort klar, dass ich einen so schlacksigen, langbeinigen Terrier stinknormale 2on2offs antrainieren werde. Ihre Kontaktzonen im Training sind wirklich ein Traum. Auf dem Turnier ist es so, dass sie nicht 100% in die Position geht, aber im roten Bereich anhält. Auf dem Turnier hat sie einfach zu viel „Druck“ nach vorne, den sie nicht kompensieren kann. Phasenweise muss ich sie mal einige Turniere hintereinander daran erinnern, wie das nochmal ging mit den Zonen, aber ich habe niemals bereut, dass ich ihr diese Methode beigebracht habe. Ich kenne Hunde dagegen, die wurde zum Beispiel mit Bögen am Ende der Kontaktzone trainiert, durch die sie in einer leicht geduckten Haltung bis ans Ende der Zone laufen sollten, auf dieser aber eben nicht anhalten. Eine Methode, die mir auch geläufig ist. Da ich von Hilfsmitteln, die man anschließend logischerweise abbauen muss, nur im absoluten Notfall etwas halte, halte ich von dieser Methode gar nix. Einige dieser Hunde, die mit dieser Methode aufgebaut wurden, wurden anschließend auch umtrainiert auf angehaltene Zonen, also normale 2on2offs, und das anschließend Verhalten war immer nur ein „korrigiertes“ Verhalten, weil es nicht das erste war, dass der Hund gelernt hat, und ich immer das Gefühl habe, dass das erste Verhalten einfach „tiefer“ sitzt. Ein Hund, der noch keine Idee von etwas hat, ist natürlich auch einfacher zu trainieren, als einer, der eigentlich ganz genau weiß, was gefragt ist, und nun eine andere Strategie entwickeln soll. Von daher mache ich mir immer sehr viele Gedanken um den Aufbau, weil die Grundlage, die gelegt wird, eben immer die Grundlage bleibt. Nun habe ich Polly. Polly ist ein winziger Parson, und ich muss immer immer immer wieder schmunzeln, wenn ich mich an die Diskussionen mit ihrer Züchterin zurück erinnere, wo es darum ging, dass ich nicht mit 2 Hunden in einer Klasse starten will und es ärgerlich wäre, wenn Polly ein 35,6 cm Medium Hund werden würde. Sie ist jetzt fast 8 Monate alt, die Waage gestern zeigte 4,8 kg und ich denke sie wird keinen Stockmaß von 30cm haben. WINZIG!!! Sie ist eine absolute Triebsau, und ihr Laufstil lässt sich anhand von geworfener Beute sehr gut beurteilen. Sie läuft konstant und gleichmäßig. Eigentlich ideal, um sie laufen zu lassen.
Wer den Beitrag über Joulean gelesen hat, weiß, dass es mal ein wundervolles, aufklappbares Brett gab, das im Keller meiner Eltern lag. Dieses Brett existiert leider nicht mehr, und es fühlt sich ein bisschen so an, als hätte ich einen guten Freund verloren… 🙂 Was habe ich dieses olle Brett geliebt. Für den Fall, dass ich Polly also wirklich Running Contacts beibringen möchte, musste ein neues Brett her. Weil man bei den Runnings schon viel Zeit mit so einem Brett verbringt bis das Verhalten gut sitzt, musste auch wieder was ordentliches her. Zusammen mit meinem hauseigenen Handwerker ging es dann in den Baumarkt, es wurde passendes Holz auserwählt, die richtige Lackfarbe, Sand geklaut und alles zusammengeschraubt, lackiert und beschichtet. Und seitdem lag es dann in meiner Garage, mit der Ausrede, ich hätte ja noch sooooooooooo viel Zeit mit Polly, die zum Beispiel auch zuerst Platz und Bleib lernen könnte. Dann fragt mich eine Freundin, deren Leben ebenfalls von einem halbstarken Parson bereichert wird, ob wir am Donnerstag, gestern, nicht mal den Nachwuchs trainieren wollen. Schon fängt die Diskussion über Methoden im Aufbau an, und noch schneller landen wir beim Thema Kontaktzonen. Sie erzählt mir von ihrer Methode, ich ihr von meiner. Wir beschließen, dass ich mein Brett mitbringe, und wir es einfach mal ausprobieren. Gesagt, getan.  Das Brett passt wunderbar in mein Auto, also fast wunderbar. Es ist schon bisschen knapp, so mit 3 Metern, aber es passt. Wir hatten einen schönen Tag in Münster und es hat echt Bock gemacht, die 2 zu sehen und zu trainieren. Polly durfte also das erste Mal über mein neues Brett laufen, das einen sehr holprigen Start mit mir hatte, aber dazu gleich mehr. Hier erstmal die ersten 3 Versuche von Polly, die einfach nur über das Brett laufen sollte.

Ich war soooooo begeistert, wahrscheinlich kann das wieder kein Mensch nachvollziehen, aber durchgeknallte Kontaktzonen sind einfach das obercoolste, das es gibt. Ob ich dabei bleibe, entscheide ich, sobald das Brett angewinkelt ist, und ich ihre Trefferquote besser bewerten können werde. Nach 5 mal kurz über das Brett jagen, lässt sich GAR NICHTS sagen oder bewerten. Sie lernt die 2on2off Position eh parallel für die Wippe und ja, ich bin ein Schisshase und weiß es einfach noch nicht. Bei Polly denke ich etwas naiv und sage mir, so ein kleiner Hund MUSS die Zone doch irgendwie berühren. Aber da fängt die Problematik an. Irgendwie ist irgendwie nicht gut genug, und richtig gut wäre doch schon etwas besser. Fest steht, dass ich meeeeega Bock habe auf das Training. Das hat damals schon mit Jou so viel Spaß gemacht, und Jou war sicherlich kein Hund, der um sein Leben gerannt ist, so wie Polly. Ich bin echt gespannt, wo uns diese Reise noch hinführt. Zuallererst aber in die Werkstatt. Denn, das Brett, das schon seit über 1 Woche lackiert in meiner Garage lag, war immer noch partiell feucht. Da war mir klar, obwohl die Garage immer zu ist und niemals Sonne oder Luft drankommt oder so (was ein viel plausiblerer Grund gewesen wäre): Es führt ein Eigenleben. Bestätigt werden sollte dies dann beim Einladen auf dem Rückweg. Es wollt irgendwie nicht mehr so gut passen, wie auf dem Hinweg und ich dachte mir nur: Ne, mein Freund. So nicht! Gewalt ist meistens keine Lösung. Manchmal schon. Vielleicht. Gestern jedenfalls nicht. Meine Frontscheibe ist also von innen etwas viel geplatzt. Der Rückweg von über 50 km stand uns auch noch bevor und ich wusste, das würde schon etwas problematisch werden, weil es bereits auf die Frontscheibe auf der Hinfahrt gedrückt hat. Tja, auf der Rückfahrt drückte es dann auf die geplatzte Frontscheibe. Und je weiter ich mich wieder Richtung Hamm bewegte, desto länger wurde der Riss… Die Empfehlung und „Alternative“ war: Das Brett einfach nicht mehr mitnehmen. Aber, ganz ehrlich, so ne richtige Alternative ist es doch nicht wirklich. Ich kann doch nicht mein Brett irgendwo alleine lassen, jetzt, wo das Training gezwungenermaßen begonnen hat. Auf gar keinen Fall!!! Mein Auto muss diesen Monat zum TÜV, seit 1 Woche werden wir von hinten von einer schwarzen Wolke begleitet, und es schaltet sich bei über 3000 Umdrehungen in den Energiesparmodus und fährt nicht schneller als circa 100kmh. Und jetzt ist meine Frontscheibe auch noch hinüber, weil das Brett ein Eigenleben führt! Habe ich doch gesagt!!! Ich rufe jetzt erstmal bei meiner Versicherung an und frage mal nach, ob ich eine Teilkasko- Versicherung habe…. Das weiß ich aktuell nämlich auch nicht sicher. Aber schön, wie die Polly über das Brett gelaufen ist, ne? IMG-20150604-WA0008

2 thoughts on “Kontaktzonen

  1. Hi Daria,
    jetzt muss ich doch mal meinen Senf dazugeben. Wahrscheinlich kennst du mich gar nicht. Ich bin bei den Ibbdogs Ibbenbüren, und mein Mann Dirk Kuper ist dir wahrscheinlich eher ein Begriff. Ich lese hier schon lange mit, deine Texte und Bilder sind einfach super! Ich finds einfach bemerkenswert, wie du alles meisterst und deine Einstellung zum Leben ist auch klasse. Ich hatte mich auch schon gefragt, was ist mit Joulean, lange nichts mehr gehört und gesehen, und dann kam dein Bericht, wo ich schon Tränchen in den Augen hatte, ich kann nur sagen, Hut ab, und die Bilder von den 2 Shelties sprechen doch für sich!
    LG Alex
    Ach und die Polly rennt wunderbar über das Brett! 🙂

    1. Hi Alex!
      Danke für deinen super lieben Kommentar! Ich finde es immer wieder mega interessant zu sehen, wer diesen Blog überhaupt liest und wie groß die Reichweite ist 🙂 Deinen Mann kenne ich selbstverständlich und in Ibbenbüren waren wir doch erst neulich zum ersten Cup – Lauf 🙂 Die Welt ist klein! Fühl dich frei deinen Senf zu allem dazuzugeben! Glg, und bis bald 🙂 vielleicht lernen wir uns ja auch mal persönlich kennen!

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