woanders

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Wir sind da- Griechenland hat uns nun eine Woche für sich. Im Gegensatz zum letzten Urlaub war dieser mit Daniel geplant, und ich freue mich so sehr, endlich hier zu sein und noch ein bisschen Sommer abzubekommen. Die letzten Tage in Deutschland waren echt bescheiden. Der Vater einer Freundin ist von uns gegangen, meiner Oma geht es spontan schlecht, ja ich kenne mittlerweile sogar einen Hund der Lymphdrüsenkrebs hat und gestern ist die geliebte Herzenskatze einer Freundin gestorben. Nierenversagen. Am Mittwoch habe ich sie noch fotografiert und es war soweit nichts auffälliges. Am Donnerstag habe ich selbst einen Anruf erhalten von einem meiner Ärzte. Ein Befund hat sich verschlechtert von einem kritischen 3er in ein 4er Stadium. Das bedeutet nun ein zweites Mal Verdacht auf. Ich möchte es gar nicht aussprechen. Es scheint, als würde es dann realistischer werden als es sowieso schon ist. Ich versuche also nun, den Urlaub und die Zeit hier zu genießen, obwohl ich weiß, dass das erste, was ich mache, wenn ich in Deutschland bin, das Aufsuchen eines zweiten Arztes sein wird, für eine zweite Meinung. Da ich meinen Arzt aber für recht fähig halte, und mich auf mein Gefühl verlassen kann, kenne ich die Antwort bereits. Aber ich habe es meiner Mutter versprochen. Das einzige, dass mich in dieser Situation noch einigermaßen aufmuntert, ist die Tatsache, dass es sich um eine lokale Geschichte handelt, die operativ zu beseitigen sein soll und nicht streut. In der Regel. Also keine Chemotherapie. Der Termin für die Operation zur Entnahme und der Untersuchung von Gewebe steht bereits für Anfang November, weils dringend ist, logisch, deswegen doch schon November. Ich bin nicht besonders traurig, oder schockiert. Eigentlich bin ich einfach nur müde. Müde von der ständigen Begleitung des Todes, von Arztbesuchen und schlechten Nachrichten. Von Gedanken wie: habe ich noch Zeit, all das zu machen, was ich noch so gerne erleben möchte oder werde ich immer wieder kranke Zellen entwickeln?, würde Polly noch einmal ein neues Zuhause finden?, würde Lane ihres Lebens noch einmal glücklich werden ohne mich?, was würde Daniel dann machen, ohne jemanden, der ihn ständig nervt und neue Sachen will?, und wann zerbricht meine Mutter endgültig? Sie weint wieder wegen mir. Ja, es nervt. Es nervt einfach nur noch. Das Leben ist schön, aber ganz sicher nicht fair. Nichts desto trotz gibt es nicht viele Alternativen außer: durch. Und deswegen beende ich das Update auch an dieser Stelle, lausche den Grillen und versuche die Gedanken aus meinem Kopf zu verbannen. AIR_20150928_00000

2 thoughts on “woanders

  1. Oh nein, das darf doch einfach nicht war sein.
    Das ist doch einfach scheiße!!! Sorry, wg. dem Ausdruck, aber was anderes fällt mir dazu gerade nicht ein.

    Daria, ich denke an dich und umarme dich ganz doll in meinen Gedanken. Genieße bitte euren Urlaub und versuche dich bitte ein wenig ablenken zu lassen, auch wenn das nicht möglich sein wird. Dicken Kuss an dich.

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