Das letzte Turnier

Das letzte Turnier

Gestern sind Lane und ich zum letzten Mal auf einem kleinen Turnier gewesen für dieses Jahr. Außer den German Classics und der Deutschen Meisterschaft steht nun nichts mehr an und ich bin ganz froh darüber. Mit einem gemischten Gefühl gehe ich jetzt an die Sache ran, erstens natürlich gesundheitlich, und zweitens, weil Lane gestern mal wieder den Steg nicht so gearbeitet hat, wie ich es gerne möchte. Fakt ist, sie lag am Start, beide Läufe, bis ich sie mehr oder weniger erlöst habe. Für meinen Geschmack war sie noch etwas zu früh, aber ich weiß einfach, je länger ich sie liegen lasse, desto mehr gelangt sie in einen Konflikt. Wir sagen immer: Der Trieb staut sich. Und dann ist sie kurz vorm Explodieren. Das ist auch nicht schön, ich möchte gar nicht, dass sie sich sooo hochfährt. Das war also gut. allerheiligen

Dass wir an der 3 scheitern, war zu 80% klar. Die 20%, die ich für ein Nicht- Scheitern eingeräumt haben, waren 10% Glück und 10% Zufall. Ich hatte die Wahl zwischen: sie reißt die 3, sie läuft an der 3 vorbei, oder, wenn ich auf der anderen Seite gelaufen wäre: sie springt in mich hinein. Ich habe mich also für: Sie sieht den Steg eventuell nicht rechtzeitig entschieden und tada, so war es auch. Obwohl sie sich noch irgendwie retten konnte, ist sie mir hinten wieder abgesprungen. Mega, mega angepisst war ich deswegen, weil es mich einfach sooooo nervt, dass ausgerechnet die Dinge, auf die ich so viel Wert lege und die ich schwerpunktmäßig so intensiv arbeite, so schlecht sind. Im Training in der Halle am Donnerstag ist sie die Zonen runter GEGANGEN. Bloß keinen Fehler. Schön vorsichtig. Damit Daria auch ja nichts zu meckern und korrigieren hat. Am Freitag habe ich dann nur Abgänge im Garten geübt. Ist ja nicht so, als hätte ich nicht EXTRA einen richtigen Steg gekauft und wäre umgezogen, in ein Haus, ach, wer braucht ein Haus, mit einer Wiese, EINE WIESE BRAUCHT MAN!!!, eine, die groß genug ist, damit 12 m Steg dort stehen können. Ja, ich bin sehr beliebt bei meinen Nachbarn. Sie knallt in die Zonen, ohne wenn und aber, sie arbeitet vor, sie arbeitet seitlich gerade, vor allem aber, hält sie IMMER an. Es würde ihr im Leben nicht einfallen, sich herauszunehmen, diese Zone vor meinem Okay zu verlassen. Ihre Zonen sind im Training nicht mehr verbesserungswürdig. Und dann dieser Schrott auf jedem Turnier. Immer nur ein Kampf. Ich hoffe so sehr, dass Polly nicht auch ein anderes Verhalten im Turnier zeigt. Wie ich das mit den Runnings dann rauskriegen und korrigieren soll, tja, diese Lösung wird wohl erst noch erfunden werden müssen. Gut war jedoch sonst alles andere. Die Wippe war bis nach vorne gearbeitet, und natürlich auch nach der Korrektur am Steg  perfekt gestanden, ebenso die Wand. Schwierigkeiten habe ich für uns sonst noch nach der 16 gesehen: 17 – 18 – 19 – 20. Dass ich sie in die 17 kriege, war wiederum zu 80% klar. Da ist auf Lane einfach so gut wie immer Verlass. 18 – 19 – 20 habe ich einfach neue Sachen ausprobiert und ich war mega, mega mega stolz, dass sie bei der 20 richtig rum gedreht hat, obwohl ich ihr keine Führerhilfe gegeben habe, nur ein verbales Kommando und nach der 19 nicht zum Steg gezogen hat. Das trainiere ich nun seit fast 1 Jahr. Phasenweise weniger intensiv, ich gebe es zu, aber phasenweise auch sehr, sehr intensiv. Ich habe die Kommandos das erste Mal auf einem Turnier ausprobiert und war schwer angetan von der Differenzierung, die Lane geleistet hat. Bei der 13 dasselbe Kommando, schaut sie nicht einmal zur Wand, sie weiß sofort, sie muss abbiegen. Bei der 10 hadert sie kurz, weil ich sehr viel „verkehrtes“ abbiegen trainiere, entscheidet sich aber für die richtige Seite! Und bei der 20 kommt dann unsere „verkehrte“ Seite, und Lane wendet richtig!!! Soooo gut! Das nimmt mir extrem viel ab. Und jetzt weiß ich auch, dass wir es anwenden können sogar unter Stress und es sich immer wieder lohnt, neue Sachen auszuprobieren und durchzusetzen. Jetzt müssen wir nur noch den Steg besser hinkriegen, ich wünsche mir, dass sie auf Kommando enger aus Tunneln kommt, was sich aber schwierig gestaltet, wenn man immer nur wie eine Irre die Innenwand des Tunnels entlang läuft, und den Slalom muss ich etwas nacharbeiten, wenn ich vor der 10. Stange abbiege bzw sie vor arbeiten lasse… Das kann sie auch nicht so gut. Ansonsten ist Lane fertig mit allem, was ich mir für uns wünsche, und dann darf sie sich zurück lehnen und sich darüber aufregen, dass ich ihr stellenweise immer noch nicht vertraue und im Weg stehe und einfach lahmarschig bin. Lane ist sooo ein guter und bemühter Hund, mit Ausnahme vom Steg, ja. Ich weiß, dass ich auf extrem hohen Niveau jammer. Wir haben es schon sooo gut mit unseren Hunden, die wirklich immer alles geben und niemals über uns jammern… Ach Laney…

Ebenfalls erwähnenswert war der Richter. Hans Jürgen Krüger. Jaa, bei einigen etwas umstritten, weil er Parcoure stellt, die es oft in sich haben, die O-Ton „nicht zu lösen“ sind, wobei er (angeblich) noch nie selbst einen Hund im Agility geführt hat oder auch nur einen einzigen Parcours gelaufen ist. Ich persönlich weiß gar nicht, ob das stimmt, man hört es nur immer wieder. Dass die Parcoure oft etwas, naja, fragwürdig sind, das habe ich auch schon das eine oder andere Mal empfunden, insbesondere mit einem schnellen Hund, aber obwohl ich mich selbst gerne und viel über alles und jeden aufrege, finde ich,  dass es Leute gibt, die es auch etwas übertreiben. Dieses Wochenende haben sich sämtliche Menschen extrem über den Doppelsprung am Ende aufgeregt. Nach dem Weitsprung wenn der Hund flach springt, dann auch noch ein Doppelsprung. Ja. Oh mein Gott. Nach über 6 Metern darf ein A3 Hund das auch schaffen, oder? Ganz ehrlich, wer trainiert den Doppelsprung regelmäßig oder hat ein Kommando dafür, dass den Hund WIRKLICH darauf vorbereitet? Es gab sogar Leute, die nach einem guten Lauf den Weitsprung ausgelassen haben und sich disqualifiziert haben und dafür großen Applaus geerntet haben 😀 Ey, ganz ehrlich, man kann es auch übertreiben… Es haben sich auch welche darüber aufgeregt, dass die Mauer nach der 9 nicht gerade anzulaufen war. Und DAS würde doch im Regelwerk stehen. Habe ich nur keinen Hund gesehen, der Schwierigkeiten damit hatte? Egal, worauf ich eigentlich hinaus will: Am meisten nervt es mich, wenn ich weiß, dass besagter Richter richtet, dass alles immer reibungslos so schnell wie möglich laufen muss. Während der Hund vor einem den halben Parcours absolviert hat, muss man selbst schon am Start stehen und sollte den Parcours am besten nach einer Disqualifikation auch sofort verlassen um Zeit zu sparen, damit wir alle eher nach Hause können. Niemand sollte jemals auf die Idee kommen, eine ZONE ZU KORRIGIEREN 🙂 🙂 🙂 Und da bin ich leider überhaupt nicht seiner Meinung, da stimme ich mit niemandem überein, und die Sprüche von wegen Training ist am Montag und so, tja, das kann vielleicht wirklich nur jemand sagen, der noch nie einen gut ausgebildeten Hund regelmäßig auf einem Turnier geführt hat, denn es gibt sie, diese Unterschiede zwischen Training und Turnier und es gibt auch diese Probleme, die man eben nur auf einem Turnier „trainieren“ kann. Mir ist es ehrlich gesagt egal, wer hinter mir herläuft im Parcours, und mich auffordert, weiterzulaufen. Wenn ich der Meinung bin, ich muss etwas korrigieren, dann korrigiere ich etwas. Unangenehm ist es aber doch schon. Jedenfalls habe ich es mir am Sonntag auch herausgenommen, wie schon so oft bei ihm, Lane am Steg einen Anschiss und eine Korrektur zu verpassen. Und nein, ich hatte keinen Richter im Nacken. Auch beim letzten Turnier das ich bei ihm gelaufen bin schon nicht. So, und nun komme ich auch mal zum Punkt: Es gab einen Hund, ich glaube in der 1, der partout nicht über die Wippe wollte. Die junge Hundeführerin versuchte es einmal, zweimal, fünfmal, es klappte und klappte einfach nicht. Mit Joulean hatte ich selbst einen ganz schlimm unsicheren Hund, und ich weiß, wie scheiße das Gefühl ist, wenn der Hund etwas so akut verweigert. Man ist selbst schon sooo durch den Wind und wenn dann noch ein Richter kommt, der einen nervt mit „weiterlaufen“, Horror. Insbesondere weil der Hund nichts mitnimmt, außer: hartnäckiges Meiden führt zum Ziel. Aber: Hans Jürgen Krüger, und jaaa, ich habe es wahrhaftig gesehen, hat sich ans Ende der Wippe gestellt, und das Mädel aufgefordert, den Hund noch einmal über die Wippe zu kriegen. Sie hat es dann irgendwie geschafft, jedenfalls hat sich der Hund dann überwunden (überwinden müssen) wobei der Richter die Wippe wie gesagt ganz langsam hat runtergelassen, sodass der Hund sich am Ende nicht auch noch erschreckt. Der Applaus war wirklich enorm, und echt verdient. Ganz, ganz große Klasse vom Richter!!! Achja, und seine Parcoure, die kriege ich eh immer. Also, falls einer mal was davon nachtrainieren will, ich habe da noch einiges im Archiv.

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