VDH DM 2015

VDH DM 2015

12304320_10207028258897690_3888894590715295526_oDie diesjährige deutsche Meisterschaft fand in Kassel statt. Etwas weiter weg, als letztes Jahr, trotzdem meiner Meinung nach definitiv ohne Übernachtung für uns an einem Tag zu erreichen. Zusammen mit einer Vereinskollegin ging es bereits um 5:20 Richtung Hundesport, denn wir wollten noch einen Parkplatz in der Nähe der Veranstaltung bekommen. Wir waren tatsächlich beide gut vorbereitet, die Hinfahrt war angenehm und komplikationslos und es hat sich ein schöner, chaosfreier Tag angebahnt. So habe ich es zumindest empfunden und vermutet. Vor Ort haben wir tatsächlich einen Parkplatz gefunden, recht nah sogar und nicht mal in den aller hintersten Reihen, Janine kannte sich auf dem Gelände sogar zu meinem Vorteil aus, ansonsten wäre ich sicherlich wieder völlig orientierungslos rumgeeiert, und dann erfasste uns doch das Chaos. Die Hallen wurden nicht wie versprochen um 7 Uhr geöffnet, und das wunderte offenbar nicht nur uns, sondern einige Menschen, die für die Veranstaltung selbst zuständig waren, auch. Kein Mensch wusste wo der Schlüssel war, und warum er nicht da war. Und so verharrten wir eine gefühlte Ewigkeit vor den Toren in der mega mega Kälte. Weit nach 7 wurden dann ein anderes Tor geöffnet und alle haben sich an der „Kasse“ angestellt. Die Menschen dort wussten aber auch nicht so recht, was ihre Aufgabe eigentlich war. Auf die Frage nach unseren Startnummern wussten die meisten keine Antwort, denn es sind nicht alle am Vortag angereist und haben bereits gemeldet und ihre Startnummer gehabt. Listen mit Startern waren nicht vorhanden. Als diese kleine Unstimmigkeit dann auch geklärt war, sind wir alle Richtung Eingang marschiert, wo dann wiederum andere Menschen standen, die wieder ein wenig irritiert waren aber immerhin Startlisten hatten. Irgendwie sind wir dann reingekommen, und haben uns ein Plätzchen gesucht. Die Tribüne auf der linken Seite war schon um halb 8 recht vollgestellt mit Boxen und Decken, die die Reservierung der Plätze markiert haben. Typisch Deutsch 😀 Janine und ich wollten dann auf die rechte Seite der Tribüne, diese war aber gesperrt, weil die Reinigung einer Seite 500€ kostet, und der Veranstalter das Geld natürlich spart, wenn er es sparen kann. Also haben wir uns irgendwo auf die linke Seite gequetscht, haben gemeldet und wollten mit den Hunden zum Lösen. Kacktüten? Nicht vorhanden. Recht schnell war das ganze Gelände dann im wahrsten Sinne des Wortes vollgeschissen, und es haben sich alle gefragt, wer diese Scheiße beseitigen soll und ob das kostenlos funktioniert? Ich muss gestehen, dass ich mich echt geärgert habe darüber. Ich hatte selbst keine mit, klar, Schande über mich, aber ganz ehrlich, auf JEDEM klitzekleinen Dorfturnier hängen Kacktüten! Im HSZ hängen sogar Kacktüten vor der Trainingshalle. Auf dem Hundeplatz liegen überall welche rum. Alle stellen Kacktüten zur Verfügung. Aber auf einer Deutschen Meisterschaft mit 300 Hunden sind Kacktüten rar. Okay. Auf der Suche nach was Essbarem haben wir eine Frau mit super viel Gepäck und einem riesigen Dalmatiner an der Leine getroffen, welcher ihr direkt vor die Füße einen ebenfalls riesigen HAUFEN hingelegt hat. Und dann stand sie da, und fragte alle vorbeigehenden Menschen nach einer Kacktüte. KEIN MENSCH hatte eine… So peinlich. Brötchen gab es dann für lächerliche 3 €. Ebenso wie Kaffee aus dem Pappbecher. 3€. Alles 3€. Zum Glück esse ich nicht viel und trinke nie Kaffee. So. Das alles haben wir also schon erlebt, bevor es irgendwie losging. Den Einmarsch hat sich der Veranstalter für das Ende der Veranstaltung aufgehoben, die dann tatsächlich auch 1,5 Stunden später als Plan geendet hat. Mir wäre es eigentlich egal gewesen, weil man mit einem solchen Tag dann sowieso nichts mehr anfangen kann, zumal wir noch 2 Stunden Rückfahrt hatten, aber die Leute waren echt unzufrieden und nörgelig. Das hat die Stimmung doch sehr, sehr beeinflusst. Ebenso wie das Fehlen einer Zeitanzeige. Auf einer Meisterschaft, auf der es um Hundertstel Sekunden geht, sind Zeitanzeigen auch eigentlich über. So hat sich meine zweite Deutsche Meisterschaft dann tatsächlich eher angefühlt, wie ein normales Turnier in einer Halle, eben ein bisschen weiter weg. So, und dann zu Lane. Ich war mit unserem Lauf mega, mega happy. Das vorab. Leider ist eine blöde Stange gefallen, aber ich glaube fast, dass die auf meine Kappe geht, weil ich zu nah an den Tunnel gelaufen bin, mir aber in der Begehung geschworen habe, dass ich den Franzosen danach durchziehe! Und so wurde ich dann etwas hektisch, als ich überraschend feststellen musste, dass ich Weg verschwendet habe. Sämtliche Aussichten auf einen Titel waren dann schon weg, aber, und das sage ich immer jedem, es ist viel, viel wichtiger, dass man vom Hund abrufen kann, was man ihm beibringt. Und das war bei Lane so krass der Fall im A-Lauf, dass ich es wirklich kaum glauben konnte. Dieser Lauf hat einige Stellen gehabt, die Lane grundsätzlich defizitär gearbeitet hat. Begonnen mit der Startsequenz:

    1. Hund ablegen und sich bis Hindernis 3 absetzen – mit Lane immer Horror wegen Frühstart. Hat perfekt geklappt.
    2. Langer Tunnel, und kurzer Ausgang – mit Lane immer Horror, weil sie meist die Innenwände des Tunnels entlang läuft und dann wie eine Rakete heraus geschossen kommt und immer viel zu weit weg ist als da, wo sie sein soll. Bis zum letzten Ende war ich mir nicht sicher, auf welcher Seite ich führe. Innen, wie die meisten brachte das Risiko mit, dass sie in meine Beine knallt, falls ich nicht da bin. Vorteil wäre gewesen, dass ich keinen Wechsel hätte machen müssen und sie einfach über die  4 hätte mitnehmen können. Außen, was ich gemacht habe, brauchte das Risiko, dass sie raus schießt, und entweder den Steg berührt oder schon mal in den Tunnel unter der Wand gucken geht. Seit 1,5 Monaten üben wir, dass wir uns SOFORT nach dem Tunnel orientieren, wenn eine scharfe Ansprache bereits VOR Betreten des Tunnels stattfindet. Hat perfekt geklappt. Tunnel Slalom etc war ja einfach.
    3. Kurzer Weitsprung – mit Lane Weitsprung allgemein noch nie und nimmer eine Stange gefallen! Kurz sieht die Sache aber bei vielen Hunden anders aus, bei Lane grundsätzlich immer ein Problem. Hat perfekt geklappt.
    4. Nach dem Weitsprung alles auf Führhand führen- mit Lane immer Horror wegen: ich laufe schon mal vor und scheiße auf deine Hand. Hat super geklappt, wobei die arme auch mega mega gerutscht ist an diesen Stellen..
    5. Aus dem Stress am Abgang am Steg ein kurzes Springen danach – mit Lane immer Horror wegen suuuuper riesen übertriebenen Bögen. Mein geliebtes, seit 2 Jahren intensives Cik und Cap Training. Danke Silvia!!! Hat super geklappt!
    6. Nach der Wippe, Mauer, Sprung, außen- KURZ KOMMEN und NICHT in den RÜCKEN laufen—> auf die Hand achten. Die Hand. Die Hand. Die Hand. Hat super geklappt.

6 Sachen, die für uns eher kacke waren. Hat sie alle perfekt gemeistert. Sie ist so schön auf ihrer Linie gelaufen, dass mich sogar SMS aus Ungarn erreicht haben, ich solle im nächsten Lauf meine Zweifel mal wem anders in die Hand drücken, der dann darauf aufpassen soll, bis ich wieder aus dem Parcours komme. Ich war so stolz auf uns als Team, dass wir so einen Fortschritt und so eine Entwicklung gemacht haben und unser Training so viele Früchte trägt, dass wir KONTROLLIERT durch den Parcours kommen können mittlerweile. Es gab schon so viele Turniere, wo mir vorher gesagt wurde, vertrau ihr mal, sie macht das. Und dann habe ich es versucht und sie hat es nicht gemacht. Nicht sonderlich förderlich für das Thema Vertrauen. Aber ich glaube, wir sind langsam soweit. Zeitlich schafft sie es, an der Spitze zu kratzen, es mangelt nur immer an der Kontrolle und Kooperation. Wobei sich mir die Frage manchmal stellt, ob es daran liegt, oder nicht wirklich an Klarheit . Sie hat dieses Jahr so viele „Hilfen“ antrainiert bekommen, die ihr schon VOR der Bewältigung des nächsten Hindernisses sagen, was als nächstes kommt, dass sie seitdem wesentlich weniger Fehler macht. Bemüht ist sie immer. Daran liegt es auch nicht. Zum Glück weiß ich um unsere Defizite, und soweit haben wir noch 1-2 kleine Baustellen und eine große: Sie arbeitet den Slalom zu Ende und ich biege schon mal ab. Dieses Jahr 4 mal der Fall gewesen ( WM Quali 2, Wülfrath, Bochum und die DM), und 4 mal verkackt. Das ist das einzige, was ich noch nicht nachgearbeitet habe und was uns dann auch im Jumping, nach einem Frühstarter 🙁 zum Verhängnis wurde. Den Slalom kann ich ihr verzeihen, da ich um dieses Problem weiß, den Frühstarter nehme ich ihr übel, und mir noch übler, weil ich so schockiert war, dass sie es doch wieder gewagt hat, dass ich losgelaufen bin – und sie damit natürlich bestätigt habe. Es hätte in keinem Fall noch etwas gebracht, aber so ist es eben, man weiß, wo man ist, man weiß von der Live Übertragung, die Nerven spielen einfach verrückt. Ja, das hat echt gesessen. Trotzdem hatte der Parcours im Verlauf wieder einige Stellen, die ich mit Lane intensivst nachgearbeitet habe- und all diese Dinge haben geklappt. Es ist immer das eine, wie gut ein Hund ausgebildet ist, wie gut man um seine Defizite weiß und es schafft, diese auszubessern, und dann das andere, wie viel Glück man hat. Es gab sooo viele gute Hunde, Hunde, die an der ersten Hürde gescheitert sind, Stangenfehler, an einem Missverständnis, Timing, oder an einem Kontaktzonenabgang. Gerade die Classics gewonnen oder eine Platzierung auf der WM geholt, zack, bist du heute raus 🙂 Und das ist auch eigentlich das schöne. Auf solchen Veranstaltungen ist immer alles offen, weil man nie weiß 🙂 12322801_10207028259017693_8305804783929752496_o

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