Liebe, die durch den Magen geht

Liebe, die durch den Magen geht

Dieses Thema wurde schon auf etlichen Seiten etliche Male in die unendliche Länge und Breite gezogen. Deswegen habe ich mir gedacht, dass es an der Zeit ist, dass ich es nun auch mal bearbeite. Keine Sorge, ich bin nicht unter die extrem- Barfer gegangen, die nun keinen Raum mehr für einen Krümmel sei es noch so hochwertiges Trockenfutter lassen.
Viele Dinge haben eigentlich dazu geführt, dass ich mich mit dem Thema nun mehr oder weniger intensiv befasse, obwohl es mich echt etwas langweilt und ich es mühsam finde 🙂
An erster Stelle steht Lane. Mit Lane hatte ich eine Phase in ihrer Ernährung, die echt bescheiden war. Als Conni noch gelebt hat und Lane nicht mein Hund war, gab es immer Futter von dort. An das Futter habe ich mich auch immer gehalten. Aber irgendwann war klar, dass es irgendwie nicht das richtige für Lane sein konnte, weil sie, unabhängig von den abnormalen Mengen, die wir in sie reingestopft haben, einfach, ich kann es nicht anders sagen, richtig scheiße aussah. Das Fell war super schlecht, und dann kam noch hinzu, dass sie wirklich total dünn war. Ich habe damals alle Krankheiten, die eine solche Symptomatik haben, in unzähligen Test untersuchen und ausschließen lassen. Ich glaube, dass ich 3 Ärzte besucht habe, und als der dritte zu mir meinte, dann solle ich den Hund eben weniger bewegen, wenn ich möchte, dass er mehr auf die Rippen bekommt, habe ich beschlossen, dass es nun reicht. Auf die Idee, eventuell etwas anderes zu füttern, ist kein Arzt gekommen. Zu dem Zeitpunkt war Conni bereits tot, Lane mein Hund, und ich habe kaltgepresstes Trockenfutter gefüttert. Das ging erst gut, dann  nur noch so einigermaßen und dann auch gar nicht mehr.
Auf den ersten Classics die ich mit Lane gelaufen bin habe ich ihr abends glaube ich zu viel Futter gegeben. Jedenfalls ging es ihr in der Nacht echt schlecht. Diesen Vorfall hatte ich ein weiteres Mal und so habe ich mich entschieden, nach alternativen „Behandlungen“ zu suchen. Eine damalige Freundin hat mir dann empfohlen, eine Heilpraktikerin aufzusuchen. Ich muss gestehen, dass vieles aus diesem Bereich Hokus Pokus für mich ist, ich an noch viel mehr Dinge einfach „nicht glaube“ und die Dinge für mich allgemein nicht „handfest“ genug sind. Ich kam da auch hin, es wurde ein Pendel über Lane gehalten und lustig durch die Gegend bewegt und heraus kam dabei, hört hört, dass die Lane Kopfschmerzen hatte, die Organe aber okay waren, nur die Leber eine „Kur“ brauchte. Ich sollte bis an Lanes Lebensende Pferdefleisch füttern und so komische Gemüseflocken. Alternativ Straußfleisch. Ohne Ausnahme, ohne ein Leckerchen, ohne ein Schweineohr, ohne einen Krümmel irgendwas anderes. Ausschließlich und einzig und allein. Ich war 80€ los und ziemlich geknickt, als ich da raus kam. Dann habe ich mich brav informiert, wo ich Pferdefleisch herbekomme und habe Massen von diesem mageren Fleisch in Lane reingestopft. Lange Rede, kurzer Sinn: Nach einigen Wochen war mir das viel zu monoton, und ohne weitere „Wissenschaftler“ nach ihren Meinungen zu fragen, habe ich angefangen, anderes Fleisch zu füttern, weil mein Bauchgefühl mir einfach schon gesagt hat, das kann es nicht sein.
Als zweites kam jetzt neulich ein Einkauf meinerseits hinzu. So sah mein Einkaufswagen aus:
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Das meinte kaufe ich immer im ersten Gang. Obst und Gemüse. Und als ich so an den Müsli Regalen vorbei gegangen bin und überlegt habe, ob ich Müsli wirklich mitnehme oder nicht (wegen dem recht hohen Zuckergehalt), habe ich einen Blick in meinen Einkaufswagen geworfen, um zu sehen, was man alternativ frühstücken kann und dann dachte ich mir, sobald du nach Hause fährst, setzt du dich hin und beschäftigst dich ein für alle Mal mit dem Thema der Frisch- Fütterung bei deinen Hunden.
Es ist nicht so, dass ich auf sämtliche zuckerhaltige Lebensmittel verzichte. Ich mag Eis, Schokolade, Weingummi usw. Diese Sachen esse ich aber alle nur dosiert, nicht öfter als 2x die Woche und generell versuche ich meine Lebensmittel alle unter 5% Zucher auszuwählen. Schmerzgrenze sind 10%, alles andere (Süßigkeiten) macht dann die Ausnahme. Ich benutze keine Soßen, außer, wenn wir einen Salat machen, dann darf ein Klecks für den Geschmack rein, sonst vermeide ich diese Dinge, weil sie wie gesagt sowieso nur für den Geschmack sind. Vielleicht klingt das ein wenig pingelig, aber irgendwie ist es mir egal und die Sache wert. Ich weiß, dass man von Zucker und einem Überschuss an Kohlenhydraten sicher keinen Krebs bekommt, aber jeder weiß, dass Obst besser und GESÜNDER ist, als eine Tüte Chips. Daniel hat mir deswegen auch einen Smoothie Maker gekaufen. Die Smoothies im Supermarkt bestehen in erster Linie aus? ZUCKER! Selbst einige der Bio- Dinger weisen in erster Linie Zucker auf. Eine Tüte Nuss- Mix z.B. hat circa 50% Zucker! Nüsse!!! Da denkt man, ok, Naturprodukt, viel Eiweiß etc. Jap, in erster Linie aber Zucker. Ich will nicht sagen, dass ich Zucker hasse. Ich trinke auch mal ein Glas Cola, und wenn ich merke, dass ich abbaue, baut Zucker natürlich auch immer etwas auf. Aber diese permanente Abhängigkeit von Zucker nervt mich. Ich glaube, dass die meisten von uns gar nicht merken, wo überall Zucker drin ist, und wie viel wir davon zu uns nehmen. Ja, und auf einmal stelle ich fest, dass ich mir doch ganz schön viele Gedanken mache, was ich GUT finde. Und dann weiß ich nicht, ob es fair ist, wenn ich für den Spaziergang einmal tief in den Sack greife, meine Taschen für die Hunde befülle und nach dem Spaziergang nochmal gleich drei mal tief in den Sack greife, um die Näpfe zu befüllen.
Meine Hunde fressen momentan Platinum, wenn es ums Trockenfutter geht. Laut Hersteller ist dort circa 70% Fleisch drin. Mit diesem Futter fahre ich auch bei den Manchestern ganz gut. Und so ist es nun so, dass wir morgens, wenn ich sie trainiere, oder clicker oder oder, Platinum verwenden, und abends dann die frische Mahlzeit in den Napf kommt.
Ich weiß, dass „teilbarfen“ auf Grund von der Verdauung nicht so prickelnd ist, weil Trockenfutter einfach „länger“ braucht, als frisches Fleisch oder Gemüse. Aber das ist mein Kompromiss, da ich sicherlich nicht jeden Tag irgendwelche Hühnerherzen oder Lebern oder so abkochen werde, nur um sie kleinzuschneiden, um dann arbeiten zu können damit. Es ist auch einfacher, mal eben ein wenig Trockenfutter in den Futterautomaten zu schütten, und dann los zu legen. Ja. Dennoch haben sich die üblichen Dinge verbessert, die sich mit der Fütterung von rohem Fleisch verbessern. Meine Hunde lieben es, und auch Knochen, die ich ebenfalls mitfütter (Knochen immer nur im rohen Zustand!) werden herzlich gerne genommen. Und ich meine hey, was ist schon dabei, wenn man so ne kleine Keule einpackt, um sie dem Hund nach dem Training schon als kleinen Leckerbissen zu geben!? 🙂
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An Fleisch kaufe ich momentan das, was im Supermarkt gerade im Angebot ist, oder bei Paribal fertig abgepacktes. Sobald mein Gefrierfach endlich mal wieder frei ist, werde ich mir wohl das erste Mal Fleisch in den „richtigen Verhältnissen“ liefern lassen. Ja, ziemlich viele „“ heute, weil ich ehrlich gesagt glaube, dass alles relativ ist. Egal mit wem ich mich über die Rohfütterung unterhalte, jeder kocht sein eigenes Süppchen und schwört darauf.
Nachdem ich das Thema mit dem Gemüse auch geklärt habe (gekocht, gegargt, gegrillt oder roh durch einen Mixer püriert), habe ich festgestellt, dass der super (echt günstige!) Smoothie- Maker, den Daniel mir mitgebracht hat, auch viele Sorten Obst und Gemüse pürieren kann, musste ich nicht mal zusätzlich ein Gerät anschaffen, um das so zu handhaben, wie ich es mir vorstelle.
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In die kleinen Backförmchen kann man dann etwas Gemüse abfüllen, und einfrieren, damit man es nicht jedes Mal neu zubereiten muss (Vorausgesetzt, man hat Platz im Gefrierfach). Diesen Tipp, und viele weitere habe ich übrigens von der lieben Nina bekommen. Ich füttere keine Kräuter und mein Verhältnis zwischen Innereien und normalem Fleisch passt noch nicht 100%, ich wiege auch keine Portionen ab und fütter die Sachen so mehr oder weniger nach Gefühl, aber wenn ich mir meine Hunde ansehe, dann weiß ich, dass es so verkehrt nicht sein kann. Die Manchester glänzen und man sieht die Rippen nicht mehr (sie bekommen jeden Abend 2 – 3 Stückchen Pferdefett in den Napf, Polly nicht 🙂 ), Polly verträgt und mag ja eh alles, die Verdauung ist ok (es kommt auch mal ein Durchfall vor, aber das ist wieder recht schnell in den Griff zu kriegen) und ich fühle mich irgendwie selbst besser, seitdem ich das so mache. Einfach, weil es mir sinnvoller und natürlicher erscheint, auch wenn ich aufs Trockenfutter nicht ganz verzichte.

One thought on “Liebe, die durch den Magen geht

  1. So schön zu lesen. Ich fütter meinen Hunden seit nun etwa 9 Jahren Frisches. Ich nenne es inzwischen bewusst nicht mehr Barfen, weil ich dazu einfach zu ungenau bin. Ich bestelle Frostfleisch und alles andere (Gemüse, Obst usw.) gibt es nach Lust und Laune und was wir halt gerade so essen. Als Leckerchen gibt es bei uns ebenfalls Fertig-Zeug. Nicht das günstigste, aber eben nicht selbst gekocht/gebacken. Gerne auch Platinum. 😉

    Gino ist jetzt 10,5 Jahre und ich bin sehr zufrieden mit seiner Gesundheit. Jason (nun auch schon 8) wurde von Welpe/Einzug an frisch ernährt, sowie Jodi schon bei ihrer Züchterin… für mich kommt (zumindest dauerhaft, Im Urlaub gibt´s Dose) nix anderes mehr in den Napf.

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