Abenteuer Eigenheim

Abenteuer Eigenheim

Bevor ich in den nächsten Tagen gar nichts schreibe, habe ich mir gedacht, eröffne ich einen Renovierungs- und Restaurierungsblog, in dem es hoffentlich viele Fortschritte zu sehen geben wird. Eröffnen ist in dem Sinne das falsche Wort, denn der Blog ist bereits offen, und das schon seit… 11 Jahren? Vielleicht auch 12. Es wird kein Name und auch keine URL geändert. Nur vielleicht ein klein wenig der Inhalt, so wie im Jahre 2012. Die Hunde werden natürlich stets eingebunden, dabei sind sie nämlich immer. Jetzt erst recht. Alle die sich auf Tipps über Pflanzen, Teiche, Pools oder Fische freuen, muss ich direkt enttäuschen. Ich habe weder einen grünen Daumen noch besonders viel Ahnung von irgend etwas, was ich da gerade aufgelistet habe. Ich habe auch keine Absicht, mit irgendwas anzugeben, oder irgendwelche Menschen (ach wobei, da fallen mir spontan 2 – 4 ein) neidisch zu machen. Auch wenn ich meine Euphorie wirklich zügeln muss, und es schwer genug war, die Katze so lange nicht aus dem Sack zu lassen, bis alles in trockenen Tüchern ist, versuche ich, mich etwas zu bändigen.
Dass wir auf der Suche nach einem Haus waren, ist jetzt nicht sooo neu. Allerdings fehlte bislang meiner Meinung nach etwas die Ernsthaftigkeit. Erst in den letzten Wochen hat sich das etwas geändert, als ich mit meiner Sicht auf die Dinge endlich nicht mehr alleine da stand. An dieser Stelle müsste ich meinen Nachbarn mindestens ein kleines Merci oder Milka Dankeschön schenken, denn sogar Daniel, der sozialste Mensch auf diesem Planeten, den ich regelmäßig daran erinnern muss, dass er nicht Jesus ist und nicht alles für alle machen muss und zu jedem nett sein muss, hat eingesehen wie Adjektiv, Adjektiv und Adjektiv diese Menschen sind, die da um mein kleines Häuschen drumherum wohnen. Adjektive sind übrigens Wörter, in der Grundschule auch Wiewörter genannt, die beschreiben, wie manche Dinge, Menschen, Beziehungen oder Zustände sind. Für alle, die diesen Blog stalken und den IQ eines Goldfisches haben. Oder eines Kois, eines großen Kois, der mit 10 weiteren in einem badewannengroßen Teich schwimmt zum Beispiel. Bitte, gerne 🙂
Der Tag wird kommen. Es wird passieren. Ich bin mir sicher, dass es dieses Jahr noch so weit sein wird. Daniel. Hauptberuflich Jesus, nebenberuflich Wahrsager. Ich hasse solche Sätze. Es erinnert mich ein wenig an jemanden, der mal sehr krank war, und dem alle gesagt haben, alles wird wieder gut. Wenn du das nicht packst, wer dann? Ich habe mich tausend mal gefragt, woher kennen die alle meine Unterlagen??? Wenn ich eins im Leben gelernt habe, neben der Tatsache, dass es für nichts eine Garantie gibt, ist es die Tatsache, dass man niemals sagen kann, was morgen passiert. Oder übermorgen. Oder dieses Jahr. Oder nächstes. Oder sonst wann. Ich habe in meinem gar nicht so langen Leben so viele abgebrühte Sachen erlebt, die so unwahrscheinlich und undenkbar waren, und trotzdem passiert sind. Mich schockiert glaube ich gar nichts mehr. Und überraschen tut mich so schnell auch nichts mehr. Und trotzdem stimmt dieses blöde „Alles wird gut“- Gerede meistens. Wie kann das sein??? Ich finde es so bescheuert! Also, Tag x war dann irgendwann da. Es war jetzt Haus Nummer… 6 glaube ich. Und auch wenn es sich für mich wie eine Ewigkeit angefühlt hat (Geduld ist nicht gerade meine Stärke), weiß ich, dass es recht wenig Immobilien vorher waren, beziehungsweise es recht schnell ging. Ja, ja, jaaaahaaa. Ich habe es verstanden. Eine Woche vorher hatten wir eine KLITZEKLEINE Krise wegen Immobilie Nummer 5, weil wir beide unterschiedliche Vorstellungen der Nutzung eines Zimmers hatten, das dort besonders schön war. Ich wollte mein Fotozimmer da rein machen, Daniel das Wohnzimmer. Terror! Krieg! Totschlag! Dann kommt er eine Woche später um die Ecke, sagt, wir schauen uns dann und dann das nächste Haus an und bevor ich mich getraut habe, DIE Frage zu stellen, also die nach meinem Arbeitsplatz, bekam ich bereits das Expose unter die Nase gehalten mit den Worten: Für dein Studio habe ich bereits eine Lösung. Ach, und du kannst deine Kunden in zwei Vorab- Räume zu Besprechungen einladen. Durch deinen separaten Hauseingang. Ok. Sag mir nur noch die Quadratmeter vom Garten und ich bin ready to go! 😀 Daria, noch nichts gesehen, aber bereits eingezogen! Dann kam der Tag, an dem wir uns das Haus angeschaut haben. Die Distanz zum aktuellen Wohnort (Wo wohne ich gerade überhaupt?) fand ich naja, geht so, wobei, mir ist es egal, es kommen ja eh meistens alle zu mir gefahren und die meiste Arbeit verrichte ich eh Zuhause (einreden, einreden,einreden und dann ganz fest daran glauben), und der Geruch vom Keller, der etwas feucht war, und einen direkt im Eingang begrüßt hat, war dann auch nicht viel einladender. Aber hey, man muss jedem und allem eine Chance geben. Wir marschieren also mit dem Makler da durch und ich sehe Zimmer, Zimmer, und Zimmer. Riesige Zimmer, die echt in einem sehr guten Zustand sind. Ziemlich modern, und dennoch einen ganz besonderen Flair haben, durch alte Balken und eine Fachwerkoptik, die ebenfalls in einem mega guten Zustand ist. Mein Herz schlägt schneller. Dann sehen wir die riesigen Fensterfronten der unteren Wohnung, von der man aus jedem Raum, der Richtung Garten geneigt ist, in diesen gehen kann. Und dann öffnet der Makler eine dieser Fronten, und ich komme mir vor wie Polly, die aus dem Kofferraum gelassen wurde. Nach 18 Stunden. Der Garten ist eigentlich gar kein Garten. Er ist eher ein kleiner Park… Ich war so benommen von den Eindrücken, und wusste gar nicht, was ich toller fand. Den Menschenpool, das 35qm große „Hundeschwimmbad“ (es ist ein Teich, also gewesen, aber er gehört mittlerweile Polly und sie hat daraus ein Hundeschwimmbad gemacht, Einladungen an ihre Freunde gehen bald raus!), die Laterne, die riesigen, imposanten Buchen, das kleine Gartenhäuschen mit einem Heudach (oder so, Architektur und alle Fächer, in denen man lernt, wie Dächer wirklich heißen, waren nicht wirklich Inhalt meiner schulischen Laufbahn). Ich weiß es einfach nicht. Also beschließe ich, die Männer alleine zu lassen und laufe mit meinem Handy durch das gesamte Haus, und filme alle Räume alleine für mich und lasse es nochmal auf mich wirken. Nein, ich werde das Video dazu nicht online stellen. Meine Kommentare, die ein klein wenig unten den Herzchen, die ich in den Augen hatte, gelitten haben, sind… peinlich.

garten2

Als wir uns vom Makler und Daniels Chef, der mit uns Anschauen war, verabschiedet haben, habe ich das Haus umarmt. Also zumindest einen winzigen Teil der Außenwand und habe Daniel gesagt, dass ich es gerne haben möchte. 🙂 Wir hatten bis Dienstagmorgen Zeit, dem Makler unsere Gedanken oder gar unsere Entscheidung mitzuteilen, aber hey, Penetranz ist mein zweiter Vorname und so habe ich Daniel genötigt liebevoll gebeten, den Makler gegen 21.00 noch einmal anzurufen und bereits zuzusagen. Und diesen kleinen Gefallen hat er mir dann auch getan!
Bis so ein Haus erstmal wirklich einem gehört, beziehungsweise man hinein darf, arbeiten darf, bis ein Notar erstmal Zeit findet, man, man, man. Zum Glück hat Daniel starke Nerven und kann seine Ohren gut auf Durchzug stellen. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass uns kein Haus jemals wieder so gefallen wird, wie dieses. Bei keinem Haus hatte ich bislang so sehr das Gefühl von „das passt“. Es gab immer irgendetwas das dieses oder jenes war. Viele, viele Kompromisse, die man hätte eingehen müssen. Das einzige, womit ich mich jetzt arrangieren muss, ist, dass wir keine Esel haben werden. So gerne hätte ich 2 Esel gehabt, aber naja. Der Garten ist leider, leider ein Park und keine Weide geworden… Deswegen muss die Lücke in meinem Herzen nun durch weitere Hunde gefüllt werden ? ? ? Nein, kleiner Spaß. Durch EINEN WEITEREN HUND. Einen GROßEN Hund. Nächstes Jahr vielleicht. Mal sehen 🙂

garten1Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf die bevorstehende Zeit. Ja, es ist scheiße einen nicht gerade kleinen Berg an Schulden zu haben aber nein, es stört mich nicht. Das ist der Unterschied zwischen uns beiden. Der eine Part rechnet, kalkuliert, plant, geht noch mal durch, prüft Wände, misst aus, baut im Kopf schon mal Zimmer um und der andere Part fragt sich,wer jetzt einen neuen Steg sponsort… Ich verrate gerade nicht, wer wer ist ? Nein, ernsthaft. Ich kann das Leben nicht mehr ernst nehmen. Solche Dinge stressen mich einfach 0. Man sollte sich selbst und sein Leben finde ich einfach nicht so wichtig nehmen. Diese Welt wird sich weiter drehen. Egal was passiert. Das muss man sich einfach mal klar machen. Es geht immer irgendwie weiter. Immer. Egal vor welch einem Dilemma man steht. Irgendwas ergibt sich. Naiv finde ich das nicht. Die Erfahrung und das Leben haben mich das einfach gelehrt. Egal wie übertrieben ich durchdrehen kann, wenn einer meiner Hunde mal kurz aus der Sicht ist, oder so wie neulich, Daniel im Haus verschwindet und ich mir die Stimme aus der Kehle schreie und keine Antwort bekomme und hyperventilierend, barfuß und heulend in den vollgelaufenen Keller haste, weil ich glaube, er hätte einen Stromschlag bekommen und lieber einen eigenen in Kauf nehme bevor ich ihn dort verrecken lasse, um ihn dann putzmunter aus der Garage spazierend anzutreffen und mir vorwerfen zu lassen, dass ich dieses übertrieben große Haus haben wollte. Tz. Alles ergibt sich und fügt sich. Ich hoffe inständig, dass wir uns auf dem Weg nicht verlieren und uns das Haus weiter zusammenschweißt. Wäre in Anbetracht der Dinge, die nun so sind, wie sie sind, halt echt praktisch. Aber jemanden, der seinen Verlobungsring freiwillig wieder abgibt, schockt auch hier nichts mehr ? Deshalb… einfach mal alles nicht so eng sehen. Wird schon irgendwie werden. Ich freue mich drauf. Die Hunden haben nun auf jeden Fall ihr eigenes Phantasialand ohne jemandem dabei auf den Sack zu gehen.

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